Streit

Ich habe keine Lust mehr, ständig zu streiten.

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In unserer Familie streiten wir sehr viel. Es ist eigentlich egal, über was. Schon über die kleinsten Dinge bekommen wir uns in die Haare. Wir gehen schon jeden Sonntag zur Kirche, lesen Andachten und wir haben uns auch lieb, aber irgendwie streiten wir trotzdem immer. Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben? Ich habe keine Lust mehr, ständig zu streiten. Dankeschön und Gottes Segen für eure Arbeit.

 

 

Hallo Du,

Danke für deine Frage. Ich bin mir sicher, dass du nicht der Einzige bist, der in einer solchen Situation steckt. In vielen anderen Familien wird nämlich auch öfters gestritten. Es ist sehr schön, dass eure Familie zur Kirche geht und Andachten liest. Das zeigt, dass ihr den Herrn Jesus liebt und in ihm zusammenwachsen wollt. Ich hoffe, dass ihr auch in Zukunft nicht damit aufhört.

Zuallererst ist es wichtig herauszufinden, wodurch das Streiten verursacht wird. Du hast gesagt, dass das Thema an sich nicht das Problem ist und demnach sollten wir zunächst versuchen herauszufinden, was der eigentliche Grund ist.

Streitigkeiten können die verschiedensten Ursachen haben. Manchmal staut jemand vielleicht Wut in sich an, ist dadurch sehr gereizt und zeigt das dann durch Ungeduld und Herumschreien. Oder ein Familienmitglied ist gestresst oder verärgert über andere Dinge, die gerade in seinem Leben geschehen und lässt das dann an den Menschen aus, die er eigentlich liebt. Das habe ich oft erlebt und ich denke, dass so etwas in vielen Familien zu Streit führt. Wir lassen gerne unsere negativen Gefühle an den Leuten aus, die sich um uns sorgen und uns lieben, auch wenn wir gar nicht böse auf sie sind. Wir wiegen uns in falscher Sicherheit, dass sie es einfach „wegstecken“ würden. Bedauerlicherweise schalten viele Menschen ab, sobald sie angeschrien werden. Diese „Schreierei“ kann den anderen allerdings verletzen und sogar Beziehungen beschädigen.

Letztendlich gibt es noch eine andere Möglichkeit, warum ihr in eurer Familie so miteinander umgeht. Deine Eltern sind vielleicht in einem Zuhause aufgewachsen, in dem die Kommunikation so stattgefunden hat. Auch wenn es laut und lästig ist, kann es möglich sein, dass das die Art ist, mit der deine Familie nun auch kommuniziert.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt einer dieser Zustände auf deine Familie zutrifft, ich weiß jedoch, dass es in jedem Fall möglich ist, nach und nach immer besser miteinander kommunizieren zu können. Um „gute“ Kommunikation zu lernen, solltest du vielleicht Sachen sagen wie zum Beispiel: „ Ich fühle mich…(beschreibe dein Gefühl) wenn du …(nenne das Verhalten/Handeln, welches dich am Anderen stört). Ich würde mir wünschen… (sage, was besser sein könnte).“  Vielleicht solltest du auch deinen anderen Familienmitgliedern sagen, dass sie versuchen sollen, ihre Gefühle einmal so in Worte zu fassen.

Du kannst deiner Familie ruhig klarmachen, wie sehr dich diese „schlechte“ Art von Kommunikation stört und traurig macht. Wenn du das noch nicht gemacht hast, dann trau dich! Du kannst ja eine Art Familiensitzung einberufen, wenn alle einmal Zeit zum Zuhören haben. Und dann erzählst du deiner Familie in aller Ruhe, was du denkst und fühlst.

Denn das Zuhause sollte ein sicherer Ort sein, wo du dich nach einem anstrengenden Schultag erholst, Hausaufgaben erledigen kannst und dich geborgen und geliebt fühlst. Ermutige deine Familie, dass ihr gemeinsam darüber sprecht. Du kannst auch deinen Pastor um Hilfe bitten, denn er kann dir ein paar Dinge sagen, die Gott in der Bibel über Kommunikation sagt.

Ich bin Gott sehr dankbar, dass dir deine Familie so wichtig ist und dass du diese Dinge gern ändern möchtest. Vielleicht können ein paar Mitglieder aus deiner Familie an sich arbeiten, damit sie nicht mehr so wütend sind. Oder, wenn es sich durch eine dumme Angewohnheit um eine „schlechte“ Art von Kommunikation handelt, könnt ihr vielleicht einen besseren Umgang miteinander trainieren. Ich bin fest überzeugt, dass es mit Gottes Hilfe besser werden kann. Er liebt jeden Einzelnen von euch und Er wird euch auch beistehen, wenn ihr auf eine Veränderung hinarbeitet. Schließe dich und deine Familie auch weiterhin in deine Gebete. Ich werde dies auch tun und dafür beten, dass Gott eure Familie reich segnet.

Dein Freund in Jesus

 

 

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