Verzichtest DU?

Michl

Tagchen, ich heiße Michael Müller und bin Pastor in Hartenstein im wunderschönen Erzgebirge. Neben meiner aufregenden und abwechslungsreichen Arbeit hat Gott mir eine liebe Frau und uns Beiden zwei Töchter geschenkt (derzeit 2 und 0 Jahre alt).

6 Antworten

  1. Tobias sagt:

    Ich habe mir zur Fastenzeit, wenn ich ehrlich bin, bisher noch nie was besonderes vorgenommen oder auf irgendwas verzichtet. Das liegt wohl daran, dass ich nicht besonders dizipliniert bin in solchen Dingen. Und am Ende wäre ich nur frustriert, weil ich es nicht durchgehalten habe. Das ist ja auch nicht Sinn der Passionszeit. Deshalb denke ich, dass man sich nicht mehr vornehmen sollte, als man auch meint tun zu können.
    Und was soll man eigentlich mit der Zeit anfangen, die man durch den Verzicht auf Fernsehen, Computer o.ä. gewonnen hat? Die Frage halte ich eigentlich für wichtiger.

  2. michl sagt:

    Nun, ich seh schon, dieses Thema haut euch nicht so vom Hocker. Is OK! 😉 Schaut einfach weiter hier vorbei. Bin mir sicher, dass wieder mal was dabei ist, was euch interessiert. Danke, Tobias, trotzdem für deinen Kommentar und Hinweis. Viel wichtiger als unser Verzicht auf irgendetwas, ist die Besinnung darauf, was Jesus für uns getan hat.

  3. Benjamin Hugk sagt:

    Michel, es waren doch erst zwei Tage. :) oder? Und auf Facebook kam auch noch keine Meldung über einen neuen Artikel.
    Ich faste oder verzichte auch nicht in der Fasten bzw. Passionszeit, d.h. höchstens auf Vorsätze. Aber den Gedanken den Tobias gebracht hat ist natürlich eigentlich wichtiger und die Frage, warum wir dies tun: um Gott zu gefallen und zu zeigen, dass man stark ist, oder um auch mal Zeit gewinnen zum Nachdenken über das, (wie Michl sagte,) was Jesus getan hat, oder als Zeichen, auf was man nun verzichten kann, d.h. was nun wirklich nicht lebensnotwendig ist.
    Na gut bestimmt gibt ews auch noch einige andere Dinge, die ihr alle selber wisst. Ich brauch sie aber nicht zu wissen da ich nicht verzichte, und einfach nur dankbar annehmen möchte, was Gott auch durch Jesus mir täglich und damals geschenkt hat.

  4. Hugkling sagt:

    ich faste nicht direkt um des fastens willen. Im moment mache ich gerade mit meiner besten freundin eine aktion die heißt wir4. darum geht es 20 minuten jeden tag für drei leute, welche nah, neu oder in not sind, innezuhalten und sie zu segnen. es geht nicht um handeln und aktionen in dem sinne sondern eher um still zu werden, ruhe zu finden und menschen zu segnen.

  5. Lorenz sagt:

    Hallo ihr!
    Es dauert immer lange, bis ich mich mal bequeme zu solchen Sachen was zu schreiben. Aber ich bin tatsächlich der Meinung, dass es zum Fasten mehr zu sagen gibt, nämlich 1. weil es in unseren Gemeinden kaum mehr ein Thema ist obwohl es 2. durchaus ein Thema in Gottes Wort zu sein scheint.
    Mir fallen ein paar Stellen aus dem Neuen Testament ein, aber sicher gibt es auch frühere Beispiele des bewussten Verzichts.
    Jesus zum Beispiel hat gefastet. Auch wenn es dort nicht so genannt wird, aus Lukas 6,12 erfahren wir, dass Jesus auf eine ganze Nacht Schlaf verzichtet hat. Der konkrete Grund wird auch genannt: Gebet. Am nächsten Tag hatte Jesus große Aufgaben zu erledigen, er erwählte zwölf seiner Jünger zu Aposteln. Dazu brauchte er den Rat seines Vaters, weshalb er die Nacht hindurch mit ihm redete.
    Etwas Ähnliches tut er in Gethsemane, in der Nacht vor seinem Tod. Auch hier bittet er seinen Vater im heftigen Kampf gegen den Teufel um Kraft und Weisheit. Sicher war das kein Spaß für Jesus, er hatte Angst, rang mit dem Tod und muss wahrscheinlich am Ende seiner körperlichen Kräfte gewesen sein. Doch seine Mühe hat sich gelohnt. Gott stärkte ihn (Lk 22,43) und ließ ihn letztlich sein unendlich schweres Schicksal ertragen.
    Jesus soll uns in allem das entscheidende Vorbild sein. Deshalb halte ich es für mehr als lohnenswert, sich auch mal mit dem Thema Verzicht zu beschäftigen. Wie viel Zeit und Mühe verbringen wir in unserem Alltag damit, Dinge zu tun, die nichts als unserem eigenen Fleisch dienen. Bei mir selbst denke ich da zuerst an stundenlang YouTube durchzappen, ungesund viel Schokolade essen, ständig neue Ideen umsetzen wollen, Rauchen… etc. Ich sag euch ehrlich, dass mir das bei allem Vergnügen schnell zur Last wird, weil es mich nur all zu gern gefangen nimmt und nicht loslässt, wärend sich meine Seele eigentlich nur nach Ruhe und Zeit mit Gott sehnt.
    Und genau darauf liegt klar der Schwerpunkt, auch bei Jesus. Es geht nicht um unsere Leistung, bewusst zu verzichten. Gott möchte, dass wir zur Besinnung kommen, dass wir daran denken, wer wir sind und wem wir durch Christus gehören und dienen. Gegen ein “Leistungsfasten” bzw. das Aufspielen vor anderen spricht sich Jesus deutlich aus (Mt 6,16ff). Ohne Liebe und ohne die Leitung des Heiligen Geistes (darunter verstehe ich, dass man durch Gottes Wort weiß, was man tut, wenn man sich bewusst zum Verzicht treiben lässt) bleibt das Fasten wirklich nur eine “feine, äußerliche Ordnung”, ohne dass es Sinn und Inhalt bekommt. Aber ich bin der Meinung, dass sich Gott mehr dabei gedacht hat.

    Um noch ein Beispiel zu nennen:
    An der festgelegten Fastenzeit finde ich auch nicht all zu viel, außer dass wir jetzt besonders des Opfers Jesu gedenken können/wollen/sollen, was durch Konsumverzicht intensiviert werden kann.
    Oftmals plastischer und konkreter finde ich das Fasten um einer bestimmten Sache willen, zum Beispiel, wenn ich verstärkt für eine Person beten will. Jakobus sagt, dass das Gebet des Gerechten viel bewirken kann, wenn es ernst gemeint ist. Um gleich Diskussionen vorzubeugen, das bedeutet nicht, dass mein Gebet bzw. mein Verzicht irgendetwas bewirken kann, außerdem kann ich mich allein in Christus “gerecht” nennen. Aber indem ich Gott mit “Nachdruck” um etwas bitte – d.h. mit Fasten zum Ausdruck bringe, dass es mir ernst ist (und vielmehr rückwirkend mich die Last des Fastens daran erinnert, dass ich mal wollte, dass es mir wirklich ernst ist) darf ich um so mehr gewiss sein, dass er mich auch erhört (sowie ich gewiss sein kann, dass er auch jedes andere “normale” kleine armselige Gebet erhört, weil er mich liebt).

    viel Text…
    aber das wollte ich gern dazu sagen. Danke, dass so ein Thema hier angebracht wird! Und bitte schreibt noch was dazu. Korrigiert mich, zitiert noch mehr Bibelstellen. Rock on 😉

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