Wissenschaft contra Religion

Tobias

"Hallo! Ich heiße Tobias , bin 88er Baujahr und beheimatet im Südewesten von Berlin, wo man mich ab und zu noch findet. Wenn ich nicht grade für diese Seite am Schreiben bin, studiere ich Theologie am Lutherischen Theologischen Seminar in Leipzig. Bleibt Gott befohlen! Euer Tobias"

10 Antworten

  1. Maria sagt:

    ich werde momentan im Biologieunterricht damit konfrontiert und es greift einen schon manchmal persönlich an, wenn man nicht glaubt was Wissenschaftler herausgefunden haben. Ich bin allerdings mal auf ein Video zu dem Thema gestoßen
    http://www.youtube.com/watch?v=U0u3-2CGOMQ
    fand ich schon recht interessant wie schnell die Experten sprachlos geworden sind…

  2. Benjamin Hugk sagt:

    Echt cooler Beitrag das Video. So ab 10 Minuten wirds richtig lustig.
    Meine Erfahrung aus der 10. Klasse ist recht verwirrend, irgendwie aber doch einleuchtend. Dies stellt aber die Mehrheitsmeinung auf den Kopf. Ich hoffe ich kanns einigermaßen erklären:
    Meine Bio-Lehrerin sagte, dass mit Evolution die Veränderung von Lebewesen gemeint ist, die durch genetische Weitergabe der Erbinformation entsteht, wenn sich Organismen fortpflanzen. Und eine Art (auf jedenfall meine ich das Wort species ausm Englischen) bringt immer Nachkommen seiner Art hervor: Also Mensch gebiert Mensch; aus Fischen werden Fische … und aus Bakterien werden Bakterien … soweit dazu. Und erst sollen laut DARWINISTISCHER EvolutionsTHEORIE aus Nichts Bakterien entstanden sein und aus Bakterienzusammenschlüssen sollen dann andere Lebewesen entstanden sein. Das ist wie gesagt nun nicht mehr Evolution sondern eine EvolutionsTHEORIE!
    Nun gut, das heißt aber nicht, dass man die Evolutionstheorie von Darwin mit dem Glauben verbinden kann. Ich weiß ja nicht wies in anderen Religionen ist, aber mit dem Christentum auf jedenfall nicht, d.h. ohne der Bibel zu wiedersprechen. Da ja die Evolutionstheorie (wie teilweise schön von den Leuten gezeigt) auch eine Menge mit Glauben zu tun hat.
    Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich, was ich geschrieben habe.

  3. Dani Sahne sagt:

    @ Benjamin Hugk
    …nicht aus Bakterienzusammenschlüssen sollen andere Lebewesen entstanden sein, sondern aus Bakterienzellen wurden einfach gesagt durch Endosymbiontenereignisse (siehe Endosymbiontentheorie) Eukaryotische Zellen (mit Zellkern und Plastiden). Zusammenschlüsse von einzelligen sozialen Eukaryoten (z.B. Choanoflagellata) werden dann als die Vorstufe zu Vielzelligen Organismen angesehen.
    Natürlich ist die Evolutionstheorie ein THEORIE. Sie ist kein Dogma, das den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebt. Sie ist ein Erklärungsversuch, die Entwicklung und Diversität der Arten in Laufe ihrer phylogenetischen Entwicklung zu beschreiben und kann wie jede andere Theorie auch durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse angezweifelt und widerlegt werden. Trotzdem ist die Evolutionstheorie kein Luftschloss, welches von Menschen allein aus dem Grund erbaut wurde um die Schöpfungsgeschichte der Bibel in Frage zu stellen, sondern eine in vielerlei Hinsicht gut gestützte und allgemein anerkannte Theorie.

    Ich verstehe nicht warum man diese zwei unterschiedlichen Dinge Glauben und Wissenschaft immer gegeneinander ausspielen will. Die Überschrift “Wissenschaft contra Religion” suggeriert meiner Meinung nach schon,dass diese zwei Dinge, die sich auf zwei verschiedenen Ebenen befinden nicht zusammen gehen können. Dies ist aber nicht so. Man kann durchaus Gläubig und Wissenschaftler zugleich sein und es ergibt sich daraus keine Diskrepanz. Im alten Orient z.B. ergab sich kein Widerspruch aus diesen beiden Dingen. Beides wurde geschätzt und existierte nebeneinander und verhalf dem Orient zu einer Blütezeit. Die Verhältnisse im christlichen Abendland zur gleichen Zeit sprechen leider vom genauen Gegenteil.
    Ob man nun die Evolutionstheorie und seinen Glauben vereinbaren kann ist wohl jedem selbst überlassen. Nicht jeder Christ ist Kreationist und glaubt, dass die Schöpfungsgeschichte in der Bibel ein historisches Ereignis ist.
    Ich persönlich kann Wissenschaft und Glauben auf jeden Fall vereinbaren.

  4. Tobias sagt:

    Danke erst mal bis hierhin für eure Kommentare…Ich denke das Video zeigt zumindest die Schwäche der Evolutionstheorie, dass man zwar Mutationen innerhalb einer Art nachweisen kann und Evolution in diesem Rahmen erkennbar ist. Aber Evolution von einer Art zur anderen ist nicht beobacht- oder nachweisbar. Letztlich steht also auch der „Glaube“ an die Evolutionstheorie auf einer unwissenschaftlichen Basis. Ich nehme mir hier einfach mal heraus, das auch als Nicht-Wissenschaftler behaupten zu können. Oder?

    Ich gebe zu, dass der Titel ein wenig provozieren sollte. Ich bin auch der Meinung, dass sich Wissenschaft und Religion nicht generell ausschließen. Die Wissenschaft stützt sich auf die Naturgesetze, denen Gott seine Schöpfung unterworfen hat. Und wo Wissenschaft zum Wohle der Menschheit genutzt und die Natur zu diesem Zweck erforscht wird, ist die Wissenschaft eine wichtige Sache – auch für Christen. Dass Wissenschaft und Glaube gut zusammen harmonieren können, zeigen Leute wie Max Planck oder Blaise Pascal.

    ABER das ist – meiner Meinung nach – bei der Evolutionstheorie nicht der Fall. Ich denke ihr Hauptzweck ist, die Entstehung des Lebens ohne Gott erklären zu können. Und konsequent zu Ende gedacht schadet sie der Menschheit mehr, als dass sie ihr nützt (s. Drittes Reich). Wie seht ihr das?

    Aber mir ging es mehr um die Frage: Kann ich sagen, dass ich an den einen allmächtigen, heiligen und gnädigen Gott der Bibel glaube, und gleichzeitig die Evolutionstheorie unterstützen? Warum ja? Warum nein?

  5. Horschti sagt:

    theistische Evolution heißt ja: Gott hat die Welt erschaffen. Als Mittel hat er die Evolution genommen. Also: Durch die Evolution hat Gott die Welt erschaffen.

    Das geht nicht. Denn zwei Dinge die für die Evolution unabdingbar und Grundvoraussetzungen sind, lassen sich mit der biblischen Wahrheit nicht vereinen. Die Evolution braucht VIEL Zeit und den Tod als Grundvoraussetzungen.
    Der Tod ist aber keine gute Grundvoraussetzung für das Leben, sondern die Strafe für unsre Sünden.
    Wenn der Tod von Anfang an dazugehört hätte, wozu hätte Jesus mich davon erlösen müssen?

    Nur mal so als Gedankeneinwürfe…

  6. Tobias sagt:

    Da bereits die nächste Diskussion am Laufen ist versuch ich mal meine Gedanken kurz zusammen zu fassen:

    1.) Wie ich schon sagte, ist Wissenschaft und Religion kein Widerspruch. Richtig verstanden (siehe 4. Kommentar) können sie sich gut ergänzen.
    2.) Im Bereich der Entstehung des Lebens gilt das aber nicht, weil das Leben aus einer Welt kommt, in der unsere wissenschafltichen Grundlagen (Naturgesetzt etc.) nicht gelten. HIer sind wir auf eine andere Quelle angewiesen (Bibel).
    3.) Anzunehmen, Gott könnte durch Evolution das Leben geschaffen haben, ist für ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Die Schilderung der Schöpfung in 1Mose 1+2 beschreibt absolut das Gegenteil der Evolutionstheorie, wie Horschti bereits am Beispiel des Todes und der Zeit deutlich gemacht hat. (Ich werde das hier nicht näher ausführen, da es offensichtlich ist. Wer dennoch fragen hat melde sich bitte.)
    4.) Daraus folgt, dass ich nicht an die Bibel als Gottes irrtumsloses Wort, und an die Evolutionstheorie glauben kann. Sie ergänzen sich nicht, sondern schließen sich gegenseiteig aus.
    5.) Wenn du also an Gott als den allmächtigen und gütigen Herrn und Schöpfer der Welt glaubst, warum solltest du ihm nicht zutrauen, dass er die Welt und das Leben so geschaffen hat, wie er es in seinem Wort beschreibt?

    Ihr könnt gern weiter kommentieren, falls noch Fragen sind oder ihr mit meiner Einschätzung nicht einverstanden seid.

  7. Dani Sahne sagt:

    Die Biblische Schöpfungsgeschichte ist eine biblische Grundlagenerzählung und KEIN historischer Bericht von den Ereignissen der zeitlichen Entstehung des Lebens. Die Menschen der Antike hatten ein anderes Verständnis für das Wort Anfang, als wir in unseren heutigen Gesellschaft. Es geht nicht um den Anfang im zeitlichen Sinne, sondern um den Anfang im qualitativen Sinne-um die Grundlage. Auch ist das Wort ha’adam kein Name sondern eine Gattungsbezeichnung-der Mensch (zu erkennen am Artikel, der nie vor dem Namen steht). Das Wort ha’adam kommt noch weit öfter in der Tora vor, aber da wird es im Deutschen mit Mensch übersetzt.
    Was ich sagen will ist, dass wie Tobias sagte es ein Schlag ins Gesicht Gottes wäre anzunehmen,dass Gott das Leben durch Evolution erschaffen habe ist wohl nicht ganz richtig. Es wäre ein Schlag ins Gesicht für UNSERE Sicht der Bibel und UNSERER Sicht Schöpfungsgeschichte.
    Wieso soll der Tod keine “gute” Grundvoraussetzung für das Leben sein? Es ist offensichtlich, dass in der Natur Leben vergeht und daraus Neues entsteht. Es braucht schließlich die Biomasse des alten Lebens, damit das Neue Energie gewinnen und damit wachsen kann. Auch Gott hat den Menschen sterblich erschaffen. Es heißt ja: Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben. Gen 2, 17. Damit man sterben kann muss man auch sterblich sein. (Hier steht ja schließlich nicht:…dann wirst du sterblich, sondern wirst du sterben)
    Natürlich braucht die Evolution viel Zeit. Die Erde ist schließlich auch schon eine paar Milliarden Jahre alt, da hatte die Evolution viel Zeit und nur in dieser Zeitspanne ist auch die Evolution über Artgrenzen hinaus zu erklären. Inwiefern steht das im Widerspruch mit der biblischen Wahrheit?
    Meiner Meinung nach kann also die theistische Evolution als Grundlage nehmen und deshalb auch glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat und die Arten durch die Evolution (von Gott gelenk?!) entstanden sind.

    Ein sehr interessanter Vortrag dazu:

    http://worthaus.org/mediathek/kann-die-erzahlung-von-adam-und-eva-historisch-gemeint-sein-3-5-2/

    auch die anderen Vorträge dieser Seite sind sehr zu empfehlen! 😉

  8. Tobias sagt:

    Wir werden uns wohl in dieser Frage nicht mehr richtig einig. Aber ein paar Dinge möchte ich nun doch nicht unerwähnt lassen.

    Ein weiteres Grundprinzip der Evolution ist die natürliche Selektion – die Starken setzen sich gegen die Schwachen durch. Wie soll das mit dem Gott vereinbart werden, der uns in der Bibel geschildert wird (1Sam 2,4; 2Chr 14,10; Röm 15,1…).

    Ein anderer Widerspruch ist z.B. auch die Reihenfolge der geschaffenen Dinge. Im Schöpfungsbericht wird die Erde vor den Gestirnen und die Vögel vor den Landtieren geschaffen, was aus evolutionistischer völliger Blödsinn sein muss. Außerdem lesen wir in der Genesis, dass jedes Tier speziell nach seiner Art und nicht aus einer anderen entstand.

    Dani Sahne zitiert Gen 2,17. Danke dafür. Diese Stelle zeigt eindeutig, dass der Tod nicht von Gott von vornherein eingeplant und Voraussetzung für das Leben war. Das Leben bestand bereits vollständig, als Gott diese Warnung aussprach. Der Tod war das Resultat des Ungehorsams des Menschen (Röm 6,23). Für Gott ist der Tod nichts Gutes, dass zur Entstehung des Lebens nötig ist. Er ist eine Strafe, die Leben zerstört. Die Welt hat sich durch den Sündenfall so grundsätzlich verändert, dass wir heute nicht mehr wissen können, wie die Welt ohne Tod funktionieren würde.

    Adam kann sicher sowohl einen Menschen (mit Artikel sogar einen bestimmten Menschen) oder auch die Menschheit an sich meinen. Der Zusammenhang macht aber deutlich, dass es sich nur um einen Menschen handelt. Wen das nicht überzeugt sollte Röm 5,19 lesen, wo unmissverständlich von dem EINEN Menschen die Rede ist und nicht von der Menschheit.

    Das Problem dieser ganzen Frage ist nicht, ob Gott durch Evolution die Welt geschaffen haben könnte. Natürlich hätte er das tun können, wenn er gewollt hätte. Schließlich ist er allmächtig. Aber genau weil er allmächtig ist, frage ich mich, warum er es so umständlich hätte tun sollen, wenn er in Gen 1+2 einen viel einfacheren Weg beschreibt.

    Das Problem ist vielmehr: Was ist die Heilige Schrift? Wer darin eine menschliche Legendensammlung sieht, den kann (und will) ich mit biblischen Argumenten nicht überzeugen. Wer Sie aber in ihrer Gesamtheit als Gottes Wort erkennt, muss zu dem Schluss kommen, dass sich echter biblischer Glaube und Evolutionstheorie ausschließen.

  9. Lorenz sagt:

    Hab ich das richtig gelesen? Auch Gott hat den Menschen sterblich erschaffen.
    Ich weiß nicht, was du gelesen hast aber in meiner Bibel steht, dass Gott die Menschen und alles um sie herum sehr gut machte (1.Mose 1,31). Mag sein, dass etwas “sehr gut” ist, auch wenn es vergehen muss. Fakt ist nur, das steht gar nicht dort.
    Nach dem Schöpfungsbericht war der Tod nicht Teil von Gottes Konzept der Menschheit. Vielmehr drohte er ihn (wie du selbst geschrieben hast) den ersten Menschen als eine Strafe für Ungehorsam an.
    Zieh dir rein, was Paulus sagt (Röm 5,12):

    Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.

    Das macht doch unwiderlegbar deutlich: Der Tod ist eine Folge der Sünde (vgl. Röm 6,23), die Sünde war eine Entscheidung des Menschen gegen Gott. Beides hatte Gott nie im Sinn, als er das Leben als eine sehr gute Sache schuf.

    Ich will hier nicht unnötig stressen. Ich bin ein echter Fan von Gottes Natur, die es drauf hat, aus toter Materie neues Leben zu gewinnen. Ich finde sogar den Gedanken reizvoll, dass auf meinem Grab einmal Blumen und Bäume wachsen werden (mein vergammelter Körper wird also noch richtig produktiven Prozessen dienen).
    Aber wirklich schön ist das alles nur, weil ich die Gewissheit habe, dass mein echtes Leben außerhalb meiner sterblichen Gebeine liegt, nämlich in Jesus Christus. Ohne ihn hätte ich das Problem Tod buchstäblich ewig an der Backe – grusliger Gedanke..
    Ist das nicht offensichtlich, dass alles sichtbare Leben dieser Welt vergehen muss? Was nützt es dir selbst, wenn nach dir Lebendiges existieren wird, was doch wieder vergeht?
    Das Leben, von dem die Bibel spricht ist ein anderes als das, was wir kennen, was unseren Erfahrungen entspricht, worüber die Wissenschaft nachdenkt. Das Leben nach dem Sündenfall entspricht nicht mehr Gottes ursprünglicher Schöpfung.
    Und nur Jesus hatte Macht genug um durch seinen Tod (tatsächlich) und Auferstehung den Tod zu besiegen, damit für uns der Weg frei ist, wieder zu den sehr guten Menschen zu werden, die sich Gott einst ausgedacht hatte.

    Verzeiht mir, wenn ich diesen einen Gedanken noch ungefiltert preisgeben muss (auch wenn er nicht neu ist). Wenn Menschen versuchen, auf Basis menschlicher Erkenntnis das geniale Wirken ihres Schöpfers zu erklären kann nur eins dabei rauskommen, Bullshit.

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