“VERTRAUEN ODER NICHT . . .” ist das eine Frage?

Ben

Ich bin der Benjamin Stöhr, 1983 in Greifswald geboren. Studiere in Leipzig Theologie, um in ein paar Jahren als Pastor und Seelsorger fit zu sein. Privat bin ich verheiratet mit meiner lieben Steffi... und seit Oktober 2012 sind wir mit Josias zu dritt - echt goldig ;-> Sonst liebe ich all die schönen Sachen, die Gott uns mitgegeben hat in dieser Welt: Sport, Musik, Kunst, Leute, …

5 Antworten

  1. Benjamin Hugk sagt:

    Schön Namensvetter, dass du gleich wieder mal ordentlich auf die Tonne haust. Und dies gleich im Anschluss zu Manuels “Missionsaktion”. 😀
    Ich versuche mich auch immer wieder am Thema Mission und nach so einigen Gesprächen mit verschiedensten Leuten aus unserer Kirche, bin ich nun zu einem Punkt gekommen, wo ich im persönlichen Kreis versuche Menschen zu Gott zu bringen besonders die, die mir naheliegen und denen ich es von Herzen wünsche, dass si an Gott glauben. Aber, die gehören ja nicht zum “Abschaum” bzw. Außenseitern der Gesellschaft und Jesus sagte ja auch eindeutig und machte es wunderbar vor (z.B. Zachäus, und wie sie alle heißen), dass diesen schwachen Menschen, die meistens die Außenseiter sind, den Evangelium zu bringen ist, da diese es meist als erstes einsehen, dass in ihrem Leben etwas schief läuft bzw. gelaufen ist. Und das merkt irgendwo jeder Mensch (ohne Orientierung an den menschlichen Maßstäben heute, die auf Beliebtheit bei Menschen zählt,) dass er nicht ganz in Ordung ist. Von daher finde ich es eigentlich wichtig, dass das mal wieder gesagt wird, da unsere passive Mission am Kirchengartentor, und dort meistens als einziges Mission, eigentlich gar nicht die Menschen erreicht, die sie (das Evangelium = frohe Botschaft) am meisten brauchen. Und ich bin eigentlich noch etwas sauer auf mich, dass ich es immer noch nicht schaffe, für solche Menschen mal Zeit einzuplanen und auch die Botschaft einfach mal mitzugeben. Und wir als Jugend sind immer noch nicht in die Neustadt mal gelaufen, und haben mal dort offenkundig Jesus bezeugt, obwohl wir dass schon lange zumindest einmal gemacht haben wollten. Nun ja, die meisten sagen: Ich komm mit, wenn ihr so eine Aktion startet. Nun einer muss den Anfang machen, und dummersweise fehlt mir die Zeit …

    Und so zieht sich das hin.

    ABER zurück zur Frage: Ich denke nicht, dass wir genügend Vertrauen bieten(, und dass wir zu wenig auf die Straßen gehen) um die Leute zu erreichen, die Jesus besuchte bzw. die hier im Lied von Manfred Siebald genannt werden. Sonst würden wir auch genügend Leute sehen, die dann Gottes Wort suchen.

    Meine Meinung.!

    – Danke nochmal Ben, bei mir ist das wie gesagt schon in den Hinterkopf geraten und echt wunderbar, dass du dies nun ansprichst.

  2. Benjamin Hugk sagt:

    Entschuldigung! – Bitte an die Bibelkundigen: Ergänzt ruhig ein paar Bibelstellen.
    Und nun noch der Link zu dem o.g. Lied:
    http://www.youtube.com/watch?v=WzK4WrAtCz4

  3. so_siehts_aus sagt:

    Ich hab neulich mal irgendwo den Satz gelesen “Die Kirche ist ein Krankenhaus!” Und wenn Jesus von sich sagt “ich bin der Arzt”, macht das auch Sinn. Für ein Krankenhaus sollte es doch normal sein, wenn kranke Leute (in dem Fall geistlich kranke Leute) kommen. Für diese Leute ist das Krankenhaus ja da.

    Ich finde die Frage wichtig und die Beobachtung interessant, denn ich hatte in unserer Kirche nie den Eindruck, dass wir da nach außen einen falschen Eindruck machen.
    Meine Befürchtung ist, dass zwei wichtige Praktiken der/ unserer Kirche außerhalb falsch interpretiert werden.

    Zum Einen ist ein Christ allegemein (nicht nur in unserer Kirche) bemüht Sünde aus seinem Leben fernzuhalten. Das bringt auch manchmal sichtbare Früchte.

    Zum Anderen soll eine Kirche (nicht nur unsere) bemüht sein Glieder, die öffentlich gesündigt haben zu ermahnen und bei Uneinsichtigkeit auszuschließen.

    Ich denke diese beiden Dinge erwecken nach außen manchmal den Eindruck, als würden wir uns nicht mit “schlimmen Sünder” abgeben wollen.
    Aber nur, weil manchmal kranke Menschen das Krankenhaus gesund verlassen und im Krankenhaus Krankheiten bekämpft werden, heißt das nicht, dass dort kranke Menschen unerwünscht sind.

  4. Ben sagt:

    Also ich selbst würde nicht sagen, dass wir keine Vertrauens- oder Seelsorgekultur unter uns haben!
    Aber ich frage mich ein bisschen, was wir an dem Guten – was wir haben – verbessern und vertiefen können. Leben wir (und unsere Kirche) so sehr in der Sorge um den Nächsten (auch innerhalb der Gemeinde), dass andere davon mitbekommen?

    Wie gehen wir mit dem Samen um, der uns anvertraut ist? Manchmal frage ich mich schon, ob wir mehr um mit uns selber beschäftig sind, als damit die wertvollste aller Botschaften zu den Menschen zu bringen, die sie noch nicht kennen. (So ein bisschen Richtung Benji, was Du gesagt hattest.)

    Und ich stimme Dir, so_siehts_aus, zu: Die Kirche ist ein Krankenhaus. Ich bin mir nur nicht sicher, ob Jesus, der Arzt, eher dem stationären oder dem ambulanten Arzt gleicht. (Sicher ist er beides!) Meine Frage aber bleibt, ob wir nicht zu sehr denken: „Wir sind das Krankenhaus. Wenn Leute krank sind, kommen die schon zu uns.“ Die Botschaft von Umkehr und Vergebung soll doch aber gerade auch die erreichen, die – aus was für Gründen auch immer – nicht den Schritt ins Kirchenkrankenhaus wagen.

    Viel hat das mit Vertrauen zu tun, glaube ich. Sonst nehmen uns doch die Leute die Botschaft gar nicht ab, oder? Damit Vertrauen aber wachsen kann, sollten wir – so viel an uns liegt – alles vermeiden, was Vertrauen zerstört.

    Als solche Zerstörer fallen mir spontan ein:
    – Signalisieren: Du – mein Mitmensch – interessierst mich nicht.
    – Um uns selber drehen/ im eigenen Saft schmoren.
    – Nicht zuhören/ vorgefertigte Meinung haben.
    – Verletzen/ herabwürdigen/ lächerlich machen.
    – Hinter dem Rücken reden.
    – Einen Bogen um die Leute machen.
    – Anvertrautes ausplaudern.
    – …
    Das sind so ein paar Dinge, die Vertrauen zerstören.

    Und ich schreibe auch mal ein paar Dinge nieder, die – wie ich meine – helfen können Vertrauen aufzubauen:
    – Interesse zeigen. Signalisieren: Auch Du, Mensch (und Sünder), liegst mir und Gott am Herzen. Auch wenn Du kein Interesse an IHM hast. ER interessiert sich für Dich.
    – Den anderen ernst nehmen.
    – Zuhören und ausreden lassen.
    – Wertschätzen.
    – Eigene begründete Meinung haben.
    – Ehrlich/ authentisch sein. / Hinter und zu dem stehen, was ich glaube.
    – …

    Wenn euch noch mehr Sachen einfallen – gern her damit!

    In der „Diskussion“ um Vertrauen- und Seelsorgekultur finde ich weiterhin die Frage wichtig: Was ist das richtige Verhältnis von „um die ewige Not des Nächsten kümmern“ & „die irdisch/psychische der Mitmenschen mit im Blick haben“…
    [So eine richtig befriedigende Antwort habe ich da für mich noch nicht gefunden(!).]

    All das sind ein paar lose gesammelte Gedanken dazu….

    Kommentare, weitere Gedanken und Einspruch sind nach wie vor herzlich willkommen!
    Ich finde das Thema echt wichtig…

  5. Benjamin Hugk sagt:

    Schade, dass hier wieder mal keiner was schreibt, denn das Thema ist eigentlich das, was zumindest die Kirchengeher angeht, weil meiner Meinung nach von Mission zu wenig die Rede ist. In irgend einer Form ginges ja immer in den zwei Themen um diesen Themenblock schon, ich meine: “Lustige Mission” und “Wissenschaft contra Religion” – oder andersherum. Und ich bin auch noch nicht fertig mit dem Thema. Wir sollten wirklich als “Krankenhelfer” bzw. als Werkzeug des Krankenhelfers Jesus umhergehen und den Menschen, die gerade aus nicht so guten Verhältnissen kommen, das Evangelium bringen. Und Bruder und Namensvetter (Ben :-) ), ich kann dir leider auch keine Antwort auf das Gleichgewicht der Waage ob irdisch oder seelische Not geben. :-(
    Vielleicht erbarmt sich einer, der uns helfen kann bei dieser Frage!!!!

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