Sehen können, wer Christ ist…

Manuel

Schönen guten Tag. Mein Name ist Manuel Drechsler, ich bin 31, groß, blond und glücklich verheiratet. Im Juni 2014 wurde ich zum Aushilfspastor und Jugendpastor der Evangelisch-Lutherischen Freikirche berufen. Seit 2015 bin ich der Hirte der Johannesgemeinde in Nerchau. "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung." (2Kor 5,19)

9 Antworten

  1. Ikiaw sagt:

    Also ich würde mir die Brille kaufen, vor allem ist sie ja quasi 90 Prozent gesenkt. Nein, aber es wäre echt cool, das zu sehen, weil ich persönlich fühl mich immer richtig gut, wenn ich merke, dass es noch andere “Gerettete” gibt. Vor allem hier in Deutschland und Europa, mit unserem “Wohlstandsevangelium” ist wahrer, gelebter Glaube echt selten geworden. Und mit der Brille wüsste man gleich, mit wem man auch mal etwas tiefgründigere, kraftspendende Gespräche führen kann. Durch die Brille gucken ist das eine… durch die Brille gesehen werden das Andere… Ich denke mal, jeder kann sich an mindestens eine Situation erinnern, in der er sich so verhalten hat, wie die Christen im Video. Wir sind halt Sünder und machen ständig Fehler… Zum Glück sind die alle durch Jesus schon bereinigt vor Gott. Man muss das Geschenk nur annehmen und zumindest versuchen, sich zu ändern bzw. zu bessern. =)

  2. Karl-Heinz sagt:

    Wozu genau soll die Brille nochmal gut sein? Ich könnte erkennen, dass jemand Christ ist und gerettet ist…und dann? Was bringt mir das dann?
    Vielleicht kann mir da jemand nen Wink geben…
    Ich würde wahrscheinlich zuerst genau das Gegenteil tun…mit denen reden, die noch nicht gerettet sind…

  3. Maik Prätzke sagt:

    Im Film heißt es ja “gerettet” über manche Leute… das klingt so, als wenn die Schuld mancher Menschen nicht vergeben wäre. Ich habe immer gedacht, Jesus ist für die Sünde aller Menschen gestorben…
    Ich behaupte mal, bei allen Menschen müsste die Brille anzeigen “gerettet”, oder?

    • Horschti sagt:

      Interessanter Gedanke. Kommt immer drauf an von welchem Blickwinkel man guckt.

      Ja und Nein…
      Ja, Jesus ist für alle Menschen gestorben! Ja die Sünden aller Menschen sind bezahlt. Jeder Mensch ist in Gottes Augen freigesprochen.

      1.Johannesbrief 2,2: Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

      Krass oder? Jeder Mensch, auch wenn er noch so ein Verbrecher ist, du und ich sind freigesprochen! Das Urteil steht fest. Unabhängig davon, ob man’s glaubt oder nicht. Wenn man von dem Blickwinkel her guckt, dann müsste über jedem Menschen ein “freigesprochen” stehen.
      Gerettet würde nicht ganz passen. Denn gerettet ist der, der dieses Urteil im Glauben annimmt.
      Da kommen wir zum Nein: Denn nicht jeder nimmt diesen Freispruch an. Wer ihn ablehnt, der setzt das Urteil außer Kraft und ist somit nicht gerettet. Dieses Annehmen oder Ablehnen geschieht durch den Glauben. D.h. vertrau ich darauf, dass Gott mich freigesprochen hat? Oder lehn ich es ab?

      Johannesevangelium 3,16: Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.
      Römerbrief 3,28: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
      Römerbrief 4,5:
      Wenn hingegen jemand, ohne irgendwelche Leistungen vorweisen zu können, sein Vertrauen auf Gott setzt, wird sein Glaube ihm als Gerechtigkeit angerechnet, denn er vertraut auf den, der uns trotz all unserer Gottlosigkeit für gerecht erklärt.

      Ja, wenn man vom Kreuz guckt: alle freigesprochen
      Nein, wenn man vom einzelnen Menschen her guckt: nicht jeder nimmt den Urteilsspruch durch den Glauben an

      Kleines Bild, hoffe es hilft beim Verständnis:
      Ich habe einen Apfel gekauft und will ihn dir schenken. Der Apfel steht für die Rettung, die Vergebung, der Himmel.
      Ich hab den Apfel gekauft (Jesus hat am Kreuz die Vergebung erkauft; viele Äpfel, für jeden Menschen einen). Ich biete dir den Apfel an (durch Gottes Wort wird die Vergebung ausgeteilt/ angeboten) – du hast den Apfel noch nicht; aber er ist eine Tatsache für dich; dieser Apfel ist für dich allein; erst wenn ich den Apfel in deine Hand lege und du mit der Hand zugreifst, dann hast du ihn im Besitz (Das ist der Glaube → Wie eine Hand, die ein Geschenk entgegen nimmt). Wenn du ihn ablehnst, dann hast du keinen Apfel (keine Rettung), obwohl der Apfel für dich da ist. Dein Ablehnen oder das Annehmen lässt den Apfel nicht entstehen, ist vorher schon da. Durch das Annehmen (den Glauben) kommt das die Vergebung, der Freispruch in deinen Besitz.

      Hat das geholfen? Immer raus mit den Fragen!

      • Benjamin Hugk sagt:

        Da gab es in Planitz mal eine Predigt dazu, mit einem Onkel, der Geldpäckchen (oder überhaupt Päckchen) für seine Neffen und Nichten macht. Fand ich ganz cool das Bild.

        Ich habe da noch ein anderes Bild: E-mail-postfach. Aber dies zielt mehr darauf hinaus, dass wir nicht einmal annehmen in dem Sinne können. (aber das geht schon wieder vom Thema ab.)

  4. Manuel sagt:

    Hey, DANKE für eure Kommentare! Also, mir geht es tatsächlich wie Ikiaw – ich hätte gerne so eine Brille. Man könnte “gezielter” auf Leute zugehen, die z.B. nur “fromm-tuende Scheinchristen” sind und man müsste sich weniger unnötige Sorgen um die machen, die äußerlich vielleicht “wenig erlöst” aussehen und kaum darüber reden, aber ihren Heiland im Herzen haben. Letztendlich ist es sicher v.a. meine Neugierde, die mich bewegt, gern so eine Brille haben zu wollen…Das “Was wäre wenn…”-Träumen ist natürlich die eine wenig praktische Herangehensweise.

    Ein bisschen mehr bringt da die Überlegung, ob man MEINEN Glauben sehen kann bzw. was einen Christen letztendlich ausmacht. Da danke ich dir, Horschti, sehr für die klaren Worte. ZIEHT EUCH DAS REIN und lest ein zweites und drittes Mal, wenn es beim ersten Mal vielleicht zu hoch rüberkam! :)

    Auf dieser Grundlage könnten wir noch einmal drüber quatschen.. Angenommen, ich gehöre zu den “freigesprochenen Apfel-Ergreifern”, woran wird mein Umfeld erkennen, dass ich einer bin?

    a) das erlöste Lächeln
    b) jedes dritte Wort ist “Jesus”
    c) Beten bei McDonalds
    d) mit “offenen Karten” spielen (auch wenn ich ein Verbrecher bin), weil es nicht um mich, sondern um Jesus und das Geschehen am Kreuz geht

    (vielleicht gibt es mehrere richtige Antworten…)

  5. Anna sagt:

    Ich denke da genau wie Karl-Heinz: Was bringt mir das, zu wissen, wer gerettet ist? Da sollten wir keinen Unterschied machen, ich glaube, sowohl Christen als auch Nichtchristen brauchen gleichermaßen unsere Aufmerksamkeit. Zu wissen, wer an Heilig Abend in der Kirche sitzt und WIRKLICH Christ ist, schürt doch eher Anflüge von Arroganz und Selbstzufriedenheit…”Hab ich’s doch gewusst, dass der nicht richtig glaubt!” “Also ich gehöre ja zu den richtig Glaubenden.” Gott hat uns alle gleich gern und unterscheidet nicht in bessere, schlechtere, richtig glaubende und gar keine Christen, sondern nennt uns alle seine Kinder (Bsp. Gleichnis vom verlorenen Schaf). Da sollten wir uns erst recht die Ich-sehe-alle-als-gleich-liebenswürdig-an-Brille aufsetzen und keine Kategorien erstellen.

    Und damit komme ich zum nächsten Punkt: Woran kann man denn einen Christen erkennen? Ich glaube, genau an der Art der Brille. Sehe ich durch eine filternde Brille, oder sehe ich jeden Mitmenschen als Nächsten an, den ich lieben soll, wie mich selbst? Rede ich nur mit ausgewählten Menschen, von denen ich weiß, dass ich Stärkung zurück bekomme, oder gebe ich die Liebe und Wärme, die ich von Gott jeden Tag neu einfordern darf, an jeden weiter, der mir begegnet? Christ sein heißt nicht, nur über Jesus zu reden und auf jede Frage eine Antwort zu wissen, sondern Jesus nachzufolgen und zu leben, wie er leben würde. Und er hat Taten sprechen lassen. Das finde ich auch ziemlich nachvollziehbar: Mir kann jemand erzählen, wie toll der neue Kinofilm ist, aber solange ich ihn nicht gesehen habe, glaube ich ihm das nicht wirklich. Ich glaube, Christen sollten sich manchmal weniger Gedanken über das sagen und “missionieren” machen, sondern ein Leben führen, was andere ermutigt, unterstützt, hilft, fördert, wertschätzt, akzeptiert, motiviert…auch wenn es in einigen Situationen schwer fällt. Darin werden wir nie perfekt, aber solange wir Gottes Liebe als Quelle dafür nehmen und zu seiner Ehre leben, ist das perfekt genug.

    Und dieser Lebensstil sollte nicht nur aufgesetzt werden, wenn man “wirklich Bedürftige” trifft. Jeder Mitmensch hat tiefgründige Gedanken, glaubt an etwas und hat vielleicht Erfahrungen gemacht, die ihm ein Vertrauen schwierig machen. Ich finde, es ist die Aufgabe der Christen, gerade dort zuzuhören und das Vertrauen und die Liebe, die Gott ihnen entgegengebracht hat, weiterzugeben.
    “Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.” (Joh 13, 35)

  6. Lorenz sagt:

    Johannes 6, 32-35

    Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde.
    Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder tun dasselbe auch.
    Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen.
    Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

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