Was nicht glücklich macht, kann nicht gut sein…

Manuel

Schönen guten Tag. Mein Name ist Manuel Drechsler, ich bin 31, groß, blond und glücklich verheiratet. Im Juni 2014 wurde ich zum Aushilfspastor und Jugendpastor der Evangelisch-Lutherischen Freikirche berufen. Seit 2015 bin ich der Hirte der Johannesgemeinde in Nerchau. "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung." (2Kor 5,19)

9 Antworten

  1. Benjamin Hugk sagt:

    Es gibt viele kleine Dinge, die mich fröhlich machen können und auch viele kleine Dinge, die mich traurig machen können. ABER GLÜCKLICH.
    Mein Name bedeutet ja soetwas wie Sohn des Glücks und ich sage immer, dass passt in dem Sinne ganz gut, dass ich das Glück habe ein Sohn Gottes zu sein mit seinem ganzen Lebensweg und Gnade an mir … (Standart ELFK-Satz). Aber ich weiß nicht, ob irgendetwas von und in der Welt mich glücklich macht, bzw. bin ich mir nicht einmal ganz sicher, was Glück wirklich ist, da ich Glück auch in bestimmter Form als Zufallsbezeichnung sehe (bildlich: Glücksspiel oder so etwas). Ebenso denke ich, dass Glück auch etwas langfristiges ist, auch wenn der Satz “Glück gehabt” meistens auf nur einen Moment bezogen wird. Aber was so Beziehungen, Wohnort etc. angeht, denke ich doch eher an etwas langfristiges.
    Und somit habe ich leider, lieber Manuel, KEINE ANTWORT auf deine Frage!

  2. Der unbekannte Unbekannte sagt:

    Ich habe dazu ein paar Gedanken:
    1) Ich denke manchmal, dass Gott will, dass wir zumindest ein bisschen unglücklich sind auf dieser Welt, damit wir uns nicht so sehr an sie klammern und nicht vergessen, wo wir wirklich zu Hause sind. Das klingt ein bisschen unbarmherzig, oder?
    2) Wer nicht glücklich ist versucht glücklich zu werden. Und das ist doch der Motor unserer Gesellschaft, das “Streben nach Glück” – der Antrieb Dinge zu tun, Geld zu verdienen, mit Menschen zu reden, Sport zu treiben, zu verreisen, zu leben…(Irgendjemand sagte mir auch mal: Wir sind nicht hier, um glücklich zu sein, sondern, um glücklich zu werden.)

    Keine Ahnung…macht das Sinn?

  3. Manuel sagt:

    Danke, Benjamin und lieber Unbekannter für die Comments – ich merke, wir “fühlen” uns langsam in das Thema ein… Für das nächste Level der Diskussion hab ich hier mal etwas härter Kost. Als Christen scheint Gott nicht nur in Kauf zu nehmen, dass wir “ein bisschen unglücklich” sind – er scheint es indirekt von uns zu verlangen, oder?

    Jesus sagt einmal: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.“ (Matthäus 10,37-39)*

    Also mich macht meine Familie sehr glücklich und ich glaube auch, dass sie gut für mich ist… Aber diese Verse bringen mich zum Nachdenken… und genau dazu sind sie da.

    (*ACHTUNG, dieser Bibelabschnitt ist pures Gesetz und nicht dazu gedacht, uns “fröhlich” zu machen. Trotzdem ist es Gottes noch immer gültiges Wort und erreicht in uns genau das, was „gut“ für uns (bzw. nötig) ist. Es hält uns Gottes Spiegel vor und zeigt uns ungeschönt, wie wir vor ihm dastehen…)

  4. Fragende sagt:

    Ich denke, wir müssen aufpassen, was wir unter “Gott will, dass wir “ein bisschen unglücklich” sind” verstehen. Ich komme langsam zu dem Schluss, dass wir nicht im Unglück “suhlen” sollen. Irgendwie habe ich lange gedacht, dass wir als Christen nicht nach dem “Glücklichsein” streben sollen. Nun bin ich aber in meinem aktuellen Job aus verschiedenen Gründen unglücklich und überlege nun, wie ich an einen Job komme, der mich “glücklich macht”. Damit meine ich nicht, dass es dann der “Himmel auf Erden” wird, sondern dass ich mich dort wohler fühle, dass ich dort menschlich besser hinein passe und meine Fähigkeiten und Stärken einsetzen kann. Nach den ersten Monaten in meinem aktuellen Job habe ich mich gefragt, wie es Gott zulassen konnte, dass ich ausgerechnet hier angenommen worden bin und nicht bei einer passenderen Stelle. Nun habe ich aber gemerkt, dass ich ohne diese negative Erfahrung nicht gelernt hätte, was wirklich zu mir passt und auch viele andere wichtige Dinge (Soft Skills u.ä.).
    Somit sollten wir gerade bei weltlichen Dingen nicht aus falsch verstandenem Christsein im “Unglücklichsein” beharren, wenn wir die Situation ändern können. Falls das nicht geht – in meinem Beispiel z.B. weil mich niemand anderes beschäftigen will – müssen wir die Situation mit Gottes Hilfe annehmen und überstehen. Vielleicht tun sich aber doch Türen auf, an die wir nicht gedacht haben und durch die wir trotzdem etwas “glücklich sein” können.

  5. Manuel sagt:

    Vielen Dank, liebe Fragende, für die Wortmeldung aus dem echten Leben! :) Ich hab die Frage nicht in die Runde geworfen, um uns theoretisch auf das “was wäre wenn” vorzubereiten. Nein, jeder von uns ist entweder gerade glücklich oder nicht… und mir ging es darum wie das zu bewerten ist…

    Auf die Frage “Warum glücklich/unglücklich?” würden die meisten – wenn sie ehrlich sind – erst einmal handfeste Dinge nennen. Mir würde spontan meine Frau, Freunde, mein warmes Zimmer, das Essen im Kühlschrank, ein erfüllender Job mit geregeltem Einkommen und ein reibungslos funktionierendes Internet einfallen. Wackelt 1 dieser “Glückssäulen” in meinem Leben, bekomme ich schlechte Laune, wackeln 2-3 würde ich mich als “unglücklich” bezeichnen. Und wenn alle Wackeln oder sogar umfallen, nun… ich hab es gottseidank noch nicht erleben müssen…

    Mein Punkt: All diese Dinge sind von dieser Welt und damit “vergänglich”. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass vergängliche Dinge mich niemals vollkommen glücklich machen könne/werden. Suche ich mein Glück trotzdem v.a. dort? Na, klar! Ist das dumm? Ich glaube, ja!

    Jeder Mensch hat EINE von ca. genau 2 Möglichkeiten, mit dem Problem des “Vergänglichen” um uns herum umzugehen:

    1. Sich damit abfinden, dass es in dieser Welt kein vollkommenes Glück geben wird und das Beste draus machen. Nach dem YOLO (You Only Live Once)-Prinzip. Täglich mit aller Kraft versuchen glücklich zu werden/zu bleiben…
    2. Nach „unvergänglichen Dingen“ Ausschau halten und sein Glück dort suchen.

    Wir Christen verstehen die zweite Möglichkeit sicher als bessere, auch wenn wir uns nicht so richtig gegen die erste entscheiden wollen…

    Was sind FÜR EUCH diese “unvergänglichen Dinge”, wo man – zumindest meiner Meinung nach – vollkommenes Glück finden kann?! Beschreibt mal, warum gerade das “Glück” bedeutet und wie dieses “Glücklich-Sein” aussieht! Gibt es Bibelstellen, die euch “glücklich” machen?

    • Manuel sagt:

      Achso, ähm wäre es ok, die Frage bzgl. des “Unglücklich-Sein-Müssens” (…) als Christen bzw. des “Kreuzes, das wir Christen tragen sollen” danach wieder aufzugreifen?!… ich hab es nicht vergessen/will es nicht unter den Tisch fallen lassen… hat aber sehr viel mit unserem Grund, glücklich zu sein, zu tun… 😀

  6. Ruth sagt:

    ein kleiner erfahrungsbericht meinerseit. als in das christsein hineingeborene habe ich eigentlich immer daran geglaubt was ich so im gottesdienst, christenlehre, jugend… gehört und gelernt habe.klar kurze anfechtungen gab es auch mal hier mal da, aber das klärte sich meistens schnell. aus heiterem himmel trafen mich dann starke zweifel und anfechtungen, die mich regelrecht zu boden geworfen haben. was wenn das alles nicht stimmt? da wusste ich was das schlimmste unglück für mich wäre. es ist das schlimmste was mir passieren kann, diesen glauben an meinen gott und heiland zuverlieren. da ist das leben irgendwie tot. diese phase hatte eine weile angehalten, ich denke mal so lang wie ich brauchte um zu verstehen, dass ich das größte glück des lebens in meiner bibel ja in meinem heiland finde, der wenn ich falle, falle, falle… aufhält. natürlich habe ich viele dinge auf dieser erde die ich sehr liebe und die mich auch glücklich machen. dafür kann ich gott von herzen nur danken. als geschenk gottes sollte ich sie noch mehr schätzen. doch ohne das geschenk des glaubens ist das glück dieser welt wie eine seifenblase. da bleibt nicht viel wenn sie geplatzt ist.vielleicht hat wer schon ähnliches erlebt.

  7. Fragende sagt:

    Mir tut, gerade wenn ich “down” bin, das Bibellesen allgemein gut. Es sind immer mal andere Verse, die mir gerade in dem Moment helfen oder mich trösten. Deshalb finde ich die Bibelstunde nützlich und hilfreich, da man sich hier intensiv mit bestimmten Bibelversen auseinander setzt und über geistige Dinge und das Leben als Christ redet und Fragen loswerden kann.

    Ich glaube, dass man beim “Glücklich-Sein” die geistliche und die weltliche Spähre unterscheiden muss. Wenn es um rein weltliche Dinge geht z.B. welchen Beruf ich ergreife, welchen Beruf ich ausübe, welche Dinge ich kaufe, sollen wir nichts tun, was Gottes Wort widerspricht. Wir sollen aber unseren Verstand benutzen, um Entscheidungen zu treffen z.B. was uns gut tut, wobei wir selbst und unsere Familie uns wohlfühlen, was am sinnvollsten ist… Geistig betrachtet, gibt es aber nichts, was uns hier den “Himmel auf Erden” geben kann, denn alles Weltliche ist von Sünde durchdrungen. Wir sollen unser Herz nicht an Weltliches hängen (auch wenn mir das teilweise schwer fällt) und auch das Beste und Schönste ist im Vergleich zum Himmel eigentlich nur “Stückwerk”.

  8. Manuel sagt:

    DANKE euch allen für’s Mitreden!

    SO EIN ZUFALL, das ARD macht ‘ne Themenwoche zum Thema Glück… (wusste ich wirklich nicht…). In Bezug auf innerweltliches Glücklich-Sein bzw. -Werden ist da sicher viel Interessantes dabei. Und da kann die Diskussion hier nicht mithalten. Ich werde da immer mal ‘reinschauen… Hoffe aber, dass ‘rübergekommen ist, dass “wahres tiefes Glück” eben nicht in der dieser Welt gefunden werden kann, sondern nur bei Gott, der durch die Bibel zu uns redet. Denn nur dort erfahren wir, dass nach diesem Leben ein ewiges Leben folgen wird, in dem das Glück nie aufhören wird. Dieses Leben möchte Gott allen schenken, die an Jesus als ihren Erlöser glauben.

    Als kleines Semikolon (Schlusspunkt kann’s nicht sein…) dieser Diskussion hier nochmal ein paar Gedanken Frage vom Anfang.

    KANN ETWAS, DAS DICH UNGLÜCKLICH MACHT, GUT FÜR DICH SEIN?

    1. Gott will unser Allerbestes: dass unser Lebensweg den Himmel/das ewige Leben zum Ziel hat! Das wissen wir, weil es uns in seinem Wort so sagt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8,28).“

    2. Manchmal ist Glücklich-Sein das Allerbeste für uns, manchmal nicht. Auch das wissen wir, weil Gott es uns Gott durch sein Wort wissen lässt: „‘Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt‘« Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um“ (Hebräer 12,5-7 bzw. ganzes Kapitel 12!)

    3. Diese „Erziehungsmaßnahmen Gottes“ (bzw. das „Kreuz, das wir Jesus nachtragen sollen“) werden sich in jedem Christen-Leben finden. Wir müssen sie nicht „suchen“/uns selbst auferlegen, sondern sie werden „uns finden“, wenn wir „Gott über alle Dinge“ und unseren Mitmenschen „wie uns selbst“ LIEBEN (Matthäus 22,37-39). Wenn ich vor Entscheidungen stehe, die mich also evtl. glücklicher machen werden, kann ich mich fragen: Äußert sich Gott (kritisch) zu meinen Plänen (in der Bibel) und kann ich dort (besser) meine Mitmenschen lieben?

    4. Wenn meine “Glücks-Pläne” weder der Liebe zu Gott noch meiner Liebe zu meinem Mitmenschen im Wege stehen, kann ich mich mit gutem Gewissen freuen und glücklich sein… :) „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“ (1. Timotheus 4,4)

    Ergibt das Sinn? Welche Fragen bleiben euch? Wenn ihr keinen öffentlichen Kommentar schreiben wollt, könnt ihr euch auch jederzeit per Mail (manuel[at]totalunegal.de) an mich wenden.

    Bis bald, euer Manuel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


× 1 = eins

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>