Zu pessimistisch?

Michl

Tagchen, ich heiße Michael Müller und bin Pastor in Hartenstein im wunderschönen Erzgebirge. Neben meiner aufregenden und abwechslungsreichen Arbeit hat Gott mir eine liebe Frau und uns Beiden zwei Töchter geschenkt (derzeit 2 und 0 Jahre alt).

4 Antworten

  1. Manuel sagt:

    Hey Michl, gute Frage, auch wenn ich mich ersteinmal ein wenig ‘reindenken musste bzw. den Punkt,a uf den dein Gegenüber hinaus will, nicht genau einschätzen kann…

    Ja, es wäre schöner bzw. einfacher für uns, wenn Leute uns einfach die Kirchentür einrennen würden, weil sie vor Lauter Leid und Not nicht mehr ein uns aus wissen. Klar. Das Problem ist halt bloß, dass wir in einer Zeit Leben, in der es den meisten Menschen nun einmal (äußerlich) prima geht. Interessant wird’s, finde ich, wenn wir überlegen, wie wir damit umgehen… “Bringt doch eh alles nichts!” und Sich selbst Leid tun fände ich ja am bequemsten und einfachsten, aber Gott ist meistens nicht so für die “einfachen Lösungen”…

  2. Anna sagt:

    Frieden ist nicht gleich Frieben, das stimmt. Aber ich tendiere in Richtung “zu pessimistisch”. Es ist offensichtlich, dass wir in einer gefallenen Welt leben, die täglich um vieles bemüht ist, außer darum, mit Gott den Weg zu gehen. Paradiesische Zustände gibt es seit dem Paradies nicht mehr und ich würde eher der ganzen Geschichte verschiedene tiefschwarze Farbtöne verleihen. Auch wenn es mal ein Jahrhundert mit einer besonders hohen Prozentzahl an Christen gab, war das alles nicht perfekt und so viel Unchristliches passierte. Menschen eben. Da unterscheidet sich das heutige Europa für mich nicht sonderlich von “alten Zeiten”.

  3. Tobias sagt:

    Hier mal ein Link zu einem Bericht der “Welt”, die zu diesem Thema recherchiert hat.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article114889749/Ostdeutschland-die-unglaeubigste-Region-der-Welt.html

    Der Osten Deutschlands ist angeblich die unreligiöseste Region der Welt. Man muss nicht den ganzen Artikel lesen, um zu wissen worum es geht. Aber besonders interessant oder besser erschreckend finde ich die Statistik, nach der der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland in Sachen Religiösität so riesig ausfällt.
    Ich bin auch nicht der Typ, der jeder Statistik blind vertraut. Aber an dieser ist auf jeden Fall etwas wahres dran. Wie’s aussieht kommt es also drauf an, wo auf der Welt man sich befindet, um diese Frage beantworten zu können.

  4. Ben sagt:

    Für den äußeren Frieden, den wir zurzeit in Europa haben, denke ich, können wir sehr dankbar sein!
    Vergessen wir nicht: Frieden ist nicht selbstverständlich, er ist nicht einfach da. Sondern wo immer Frieden ist, ist er tatsächlich ein Geschenk Gottes. Frieden ist ja nichts, was der Satan produzieren kann.
    Er schafft nur Krieg, Unfrieden und Zerstörung.

    Aber ich bin mir wohl bewusst, dass der Satan den äußeren Frieden missbrauchen kann, um Menschen in falscher Sicherheit zu wiegen; als ob dieser äußere Frieden schon alles ist, was zählt.
    -> Das Problem ist also nicht der äußere Frieden an sich, sondern, wie Menschen damit umgehen – ob sie wissen, von wem er kommt.

    Aber zugegebener Maßen krankt genau an diesem Wissen um den Geber des Friedens unsere Gesellschaft – besonders in Ostdeutschland. Ja, ganz offensichtlich haben nur wenig Interesse an Gott und religiösen Themen.
    Gleichzeitig aber habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Leute um uns herum sehr wohl Fragen haben, die mit Gott und Co. zu tun haben!

    – Etwa zu dem Spannungsfeld von Bibel und Naturwissenschaft (z.B. Schöpfung und Evolution). Nachdem ich manches erwähnte, wie Gott die Schöpfung schildert (etwa „jedes nach seiner Art geschaffen“) habe ich nicht selten erlebt, dass nachdenklich zugestimmt wurde: Beobachtungen, die wir heute in der Natur machen, entsprechen der biblischen Schilderung von der Schöpfung.

    – Ein anderes konkretes Beispiel ist das Bewusstsein um die eigene Existenz.
    Ich erinnere mich an Menschen, die frustriert ihre Einsamkeit und Bitterkeit mit sich herumtragen und förmlich nach Antworten suchen. Ja, sie brachten sogar ihren Neid darüber zum Ausdruck, dass Christen Frieden im Herzen haben; eine Gewissheit und Zuversicht. Ein getröstetes Getragen sein im Wissen, dass sie angenommen und gewollt sind.

    Also erkennen die Menschen offensichtlich, dass materieller Wohlstand und äußerer Frieden nicht alles ist, um befriedet Leben zu können. (Ähnlich, wie guter Sex nicht alles ist, was eine Beziehung ausmacht.)
    Das zeigt mir: Die Suche nach innerem Frieden ist sehr wohl da.
    Entsprechend will ich dazu ermuntern, das Bild nicht so pessimistisch zu malen, wie es gelegentlich geschieht. Ich glaube, wir Christen dürfen die vielen Probleme, die uns heute umgeben, als Chance sehen, mit denen wir offensiv umgehen dürfen.

    Ähnlich dem folgenden Beispiel:
    Ein italienischer Schuhverkäufer schickte einst zwei Vertreter nach Australien, um herauszufinden, ob es sich lohnt, in Australien Schuhe an Aborigines zu verkaufen. Der erste schreibt zurück: Sieht schlecht aus: „Die Menschen hier tragen keine Schuhe!“
    Der zweite textet: „Umwerfende Chance: Hier hat noch niemand Schuhe!”

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