Warum ich Religion hasse, aber Jesus liebe…

Manuel

Schönen guten Tag. Mein Name ist Manuel Drechsler, ich bin 31, groß, blond und glücklich verheiratet. Im Juni 2014 wurde ich zum Aushilfspastor und Jugendpastor der Evangelisch-Lutherischen Freikirche berufen. Seit 2015 bin ich der Hirte der Johannesgemeinde in Nerchau. "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung." (2Kor 5,19)

23 Antworten

  1. Lorenz sagt:

    Ich mag ihn!
    Nicht weil ich den Typen an sich toll finde – ehrlich gesagt kenne ich ihn auch nur durch dieses Video, sondern weil ich überzeugt bin, dass die Botschaft, die er hier rüberbringt voll ins Schwarze der Frohen Botschaft trifft.
    Ich will das deshalb so klar sagen, weil ich immer mehr den Eindruck gewinne, dass sich unsere/die Kirche ziemlich von begeisterten “Jesus-Freaks” distanziert, aus Angst, sie könnten etwas Falsches oder Gefährliches verbreiten, weil sie so “charismatisch” auftreten.
    Ein Wink an alle überzeugten Lutheraner (wie wir sie in einer lutherischen Kirche doch sein sollten): Ist die Kernaussage des Videos nicht zutiefst lutherisch? Es geht im Grunde genommen darum, dass eben nicht zählt, was wir für Jesus oder für Gott schaffen, kämpfen oder aufs Spiel setzen. Vielmehr kommt es auf das große Erlösungswerk an, dass Gott durch Jesus für uns getan hat und noch an uns tut.
    Ich sag das übrigens nicht, weil es in unseren Gottesdiensten (meistens) in einer Tour darum geht, sondern weil ich erkannt habe und immer wieder erfahre, dass ich selbst der arme, kranke, sündige Trottel bin für den sich Jesus das Herz rausgerissen hat.
    Und ich finde toll, dass der… Jefferson Bethke (schnell reinkopiert) auf das Wesen der Kirche eingeht. Ich liebe es, im Neuen Testament zu lesen, wie sich die Apostel, allen voran Jesus um Kranke und Bettler kümmerten. Sie hatten ja selbst nichts an Besitz und Wohlstand und trotzdem teilten sie aus Liebe an die Versager dieser Welt aus.
    Wie stehts da mit uns heute? Wie viel Liebe zu unserem leidenden Mitmenschen besitzen wir? Ein Meer der Gnade?!
    Ich weiß, dass viele von euch da anderer Meinung sind, aber ich fürchte, dass die Kirche etwas Wichtiges verloren hat. Und ich will nicht aufhören zu beten, dass wir (einschließlich mir selbst) das wiederbekommen.
    Geschenkt von Gott, versteht sich 😉

    • Manuel sagt:

      Cool, ich bin nicht der einzige, der ihn bzw. v.a. dieses Video mag! :) Und nur weil wir um uns herum manchmal weniger christliche Begeisterung sehen, muss man bei jemandem, der begeistert davon erzählt, was das Kreuz für ihn (und alle) bedeutet, ja nicht gleich misstrauisch werden… Der Inhalt entscheidet und den finde ich krass (erstaunlich?) „lutherisch“ (auf jeden Fall bzgl. dem “allein aus Gnaden”). Ich mag besonders den Teil mit dem “Meer der Gnade” (“Wenn man Gnade mit Wasser vergleicht, dann sollte die Kirche ein Meer der Gnade sein…”). Ein kühles Nass, in dem man sich erfrischt, stärkt, die Wunden kühlt, Kraft tankt… Und wir müssen uns die Frage stellen lassen: „Ist das so in unserer Gemeinde?“ und „Wie kommen wir da (wieder) hin?“ Ein Ansatz, den der gute Jefferson liefert ist das „Masken-fallen-lassen“, sich als geistlich „arme, kranke, sündige Trottel“ zu outen und die Kirche neu als Krankenhaus zu sehen und zu nutzen. An mir sehe ich allerdings, wie schwer das ist… aber warum nur? Wovor haben wir eigentlich Angst? Das Kümmern um echte Bettler und Kranke sehe ich nicht als Hauptaufgabe der Kirche. Aber klar liegt dir Frage: “Wem kann ich der Nächste sein?” auf der Hand, nachdem ich Bettler von Jesus so reich beschenkt wurde…

  2. Melanie sagt:

    Cooler Typ und sehr kreatives Gedicht finde ich. Hab erst nach einiger Zeit gemerkt, dass sich der englische Text reimt.
    Klar finde ich das alles sehr gut auf den Punkt gebracht was er sagt. Aber ist das Problem in Deutschland nicht ein anderes? Im gegensatz zu vielen anderen Ländern ist Religion nicht etwas, das jeder Mensch in irgendeiner Weise mehr oder weniger lebt oder so, sondern wenn ich “zugebe” dass ich Christ bin und in die Kirche gehe und so weiter, wird man schon mal als potentiell langweilig, prüde und moralapostolisch eingestuft – zumindest von denen, die einen nicht anders kennen gelernt haben.
    Also nicht wie bei Jefferson B. der vorgibt, ein toller Christ zu sein (wer von uns nicht?! °^ )und in seiner christ-freien Zeit kifft,… sondern eher : blos nicht zu langweilig wirken und die Party am samstagabend sausen lassen wegen dem Gottesdienst… und nicht immer wieder auf den Geboten rumreiten. Hauptsache die anderen denken nicht, dass ich ein langweiliger Christ bin!

    Ich glaube, Jesus wollte beides nicht: ich meine, er war selber zu seiner Zeit wahrscheinlich der größte Revolutionär und Draufgänger: zeiht einfach so durchs Land, kümmert sich einen Piep um die Vorschriften der Pharisäer und lehrt einfach mal die Schriftgelehrten – mit 12 Jahren. Geht zum “Abschaum” der Gesellschaft und macht eigentlich alles, was in der damaligen Gesellschaft verpönt war. Quasi der Punk unter den Juden :) Ich glaube manchmal würde sich Jesus ein bisschen mehr solches Verhalten statt schwarze Talare von uns wünschen…

  3. Frau K sagt:

    Das ist nicht meine Religion, die er hasst, und auch nicht die Religion der ELFK, glaube ich. Hierzu:

    http://www.worldvieweverlasting.com/2012/01/13/freestylin-jesus-religion/

    http://www.worldvieweverlasting.com/2012/01/27/why-i-hate-religion-but-jesus-loves-me-anyway/

    Jefferson Bethke weiß nicht, was “Religion” bedeutet.

  4. Manuel sagt:

    Danke, Frau K, für die beiden Links zu den Videos! Wer ein bisschen Zeit hat und Englisch versteht, sollte sich diese mal anschauen. Ein gewisser Jonathan Fitz weist dort darauf hin, was in Bethkes Video „lutherischer“ sein könnte … Nicht um sich rechthaberisch über das „Haar in der Suppe“ aufzuregen – auch wenn er schon bissel “kocht”… – es geht ihm aber v.a. um das bedingungslose Evangelium und wie es hätte heller strahlen können. Und er warnt vor „Religions-Bashing“. Denn es stimmt – Bethkes Video lädt indirekt (ein bisschen) dazu ein, die Schuld für alles was schief läuft, der Religion (und ich denke dann ganz schnell an meine Kirche…) in die Schuhe zu schieben…

    Darum ging es mir mit dem Beitrag aber nicht, sondern um das Bewusstmachen, wozu Kirche da, nötig und ausdrücklich von Jesus gewollt ist… Damit komme ich auch zu dir Melanie… :) Ja, Jesus hat verrückte Sachen und um den „Abschaum“ der Gesellschaft keinen Bogen gemacht. Warum? Er wollte und will, dass ALLE ihre ausweglose Lage und ihn als einzigen Ausweg/Retter erkennen und an ihn glauben. Wie macht Jesus das heute? Indem er Menschen durch die Taufe ein neues Leben schenkt und sie durch sein Wort und das Abendmahl in diesem Leben neuen Leben erhält. Aber das ist nichts anderes als “Kirche”, “wahre Religion” (Apg 2,42)?! Versteht mich bitte richtig, ich mag das Video nach wie vor aber „wahre Religion“ und Jesus sind kein Gegensatz. Der Gegensatz besteht zwischen dem „Do“ („TU DAS VOLLKOMMEN und du verdienst es, in dem Himmel zu kommen!“ = Gesetz) und dem „Done“ („JESUS HAT ALLES FÜR DICH GETAN, der Himmel steht dir offen!“ = Evangelium). Weil das Gesetz nicht mehr kann als uns klar zu machen, wozu wir nicht in der Lage sind, muss es einderseits deutlich gepredigt werden. Andererseits sollte die “wahre Religion“/Kirche ihre Kraft v.a. darauf konzentrieren, das Evangelium zu verkündigen und verzweifelten, traurigen, schwachen, armen, verlorenen… Seelen Gottes bedingungslose Liebe und ihre ewige Rettung gewiss zu machen! Wir sind alle Heuchler, wir sind alle Bettler, jeder von uns … – was uns wirklich hilft sind nicht mehr “Tu das!”-Aufrufe, sondern mehr und persönlichere „Es ist vollbracht!“-Erinnerungen…

    Das war viel Text, sorry! Aber ergibt das für euch Sinn? Findet ihr die Kritik an dem Video überzogen? Schießt gern zurück, ich komm damit klar…

  5. Horschti sagt:

    Hi,
    also ich mag dieses Video auch, denn es bringt vieles auf den Punkt. Das ist Evangelium und da stimmt ja sogar der jesus=religion zu.
    Also echt sehenswert und auch öfter, weil dieser Punkt, den er machen will, das ist, was uns in den Himmel bringt: DONE! IT IS FINISHED!
    Dem typen jesus=religion kann ich in sofern zustimmen, dass ich beim zweiten angucken dachte (beim ersten mal musst ich ständig anhalten um die Übersetzung zu lesen:), will er jetzt die Kirche schlecht machen. Es darf nicht rauskommen: Ich hab meinen Jesus, an den glaub ich, wozu brauch ich Kirche.
    Aber das will er nicht sagen, zumal er sagt, er liebt die Kirche.
    Der jesus=religion Typ setzt Kirche und religion gleich. Kann man machen, wenn man das drunter versteht, was die Bibel drunter versteht (siehe manuels dinge). Aber ich denke, mal sollte Religion und Kirche nicht gleichsetzen. Es gibt viele viele Religionen und es gibt den christlichen Glauben. Die Religionen haben alle eins gemeinsam: DO! Der Mensch muss was tun, um sich zu erlösen. Der Mensch muss von unten nach oben klettern.
    Der christliche Glaube ist das Einzige, wo es andersrum geht: DONE! Gott kommt zu uns runtergeklettert und erlöst uns. Das will er auf den Punkt bringen und das gelingt ihm, wie ich finde. Christentum ist nicht eine Religion von vielen.
    Versteht ihr, was ich meine? Was der jesus=religion sagt, hat auch seinen Punkt (nur dass er noch schneller und undeutlicher spricht als der andere). Und er bringt es gegen Ende schön auf den Punkt: Religion = Law (Gesetz). Nichts andres will der erste typ sagen. Das Gesetz und das, was ich tu zerstört mich.
    Wenn der erste typ mit Religion die Kirche meint, die Jesus gegründet hat, dann versteh ich die Aggrissivität uns bad vibrations. Aber ich glaube, das will er nicht sagen. Das Problem zwischen beiden Positionen ist, denke ich, unterschiedliche Auffassung, was Religion ist.
    Gut, ich komm ins labern. Haut mir paar drauf (verbal!), wenns quatsch war, was ich schrieb.
    Gruß

    • Frau K sagt:

      Danke, Manuel. Sie haben Ihre Meinung zu diesem Video für mich klarer gemacht. Der zweite Absatz hat mir besonders gut gefallen. Aber, ich habe ein paar Anmerkungen.
      Sie schreiben: “Ein gewisser Jonathan Fitz weist dort darauf hin, was in Bethkes Video „lutherischer“ sein könnte.” Ich bin der Meinung, dass es in dem Video einiges gibt, was nicht bibeltreu ist. Ich habe nur kurz im Internet recherchiert und entdeckt, dass nicht nur Lutheraner etwas an diesem Video auszusetzen hatten. http://www.christianpost.com/news/jefferson-bethkes-youtube-hit-a-misleading-picture-of-jesus-religion-67173/ Dort sehe ich diesen wichtigen Satz: “Words still matter and we shouldn’t just define them however we want.” Andere gute Zitate:
      “video may have been intended for good, it might be doing the exact opposite – giving people the wrong impression of who Jesus is and what he actually loves.”
      “The video is the sort of thing that many younger Christians love. It sounds good, looks good, and feels good. But is it true? That’s the question we must always ask.”
      Ja, einiges, was Bethke schreibt ist richtig, aber einiges ist falsch und irreführend, und Jonathan Fisk hat das klar gemacht..
      Jonathan Fisk ist Pastor in der Lutherischen Kirche, Missouri Synode. Er ist unter bekenntnistreuen Lutheranern in den USA recht bekannt und beliebt. Er hat am theologischen Seminar in St. Louis, Missouri studiert. Wir wissen, dass er Lutheraner ist. Obwohl es zur Zeit keine Glaubensgemeinschaft gibt zwischen den Kirchen der KELK und Missouri, so meine ich, dass es weitaus besser für die Jugend der ELFK wäre, seine Videos zu sehen als die von einem gewissen Jefferson Bethke, dessen Konfessionszugehörigkeit ich nicht in Erfahrung bringen konnte und dessen Ausbildung im Bereich der Politik liegt (aha, jetzt verstehe ich, warum er die Republikaner erwähnen musste, was völlig unnötig war). http://jeffbethke.com/about/ Und Bethkes Beruf? Na, ja, er ist doch einer, der von der Religion (die er hasst), im Internet und durch den Verkauf von Büchern (über eine Thematik, die er nicht beherrscht) viel Geld verdient.
      Sie schreiben auch: “auch wenn er schon bissel “kocht”. Warum kocht es bei Jonathan Fisk? Er sagt, dass es bei ihm kocht, weil Jefferson Bethke seine “Mutter” (die Kirche) angegriffen hat. Ich könnte es mir auch vorstellen, dass es bei ihm kocht, weil er nicht möchte, dass die Jugend seiner Kirche, für die er Verantwortung trägt, von einem gewissen Jefferson Bethke in die Irre geführt wird.
      Sie schreiben auch: “Bethkes Video lädt indirekt (ein bisschen) dazu ein, die Schuld für alles was schief läuft, der Religion (und ich denke dann ganz schnell an meine Kirche…) in die Schuhe zu schieben… ” Nein, ich halte sein Video für sehr direkt, klar und eindeutig. Wenn ein Amerikaner “I hate” sagt, so ist das direkt. Der Titel wurde ausgesucht, um Aufmerksamkeit anzuziehen, und das hat geklappt.
      Nebenbei bemerkt, wenn Bethke “Religion” sagt, ist es doch klar, dass er die christliche Religion meint.
      Es ist eigentlich Schade. Bethke schreibt einiges, was stimmt. Wenn er nur wüsste, dass Martin Luther das alles schon vor fast 500 Jahren in der Bibel entdeckt hat.

      • Horschti sagt:

        Für mich ist es nicht klar, dass Religion die christliche Religion meint. Wenn ich Religion höre, denke ich nicht zuerst an meinen christlichen Glauben (aus besagten Gründen).
        Vielen Dank aber für die Hintergrundinformationen zu den Personen. Ich kenne weder den einen noch den anderen. Mit mehr Hintergrundinfos könnte das Urteil vielleicht anders aussehen. Aber in dieser Momentaufnahme finde ich beide gut in ihren Aussagen. Sehr interessant fand ich Pastor Fisks Äußerung im zweiten Video, wo er deutlich macht, was bei den Leuten ankommt. Wenn das ankommt, was er da beschreibt, dann bin ich auch dagegen:) Aber bei mir kam das nicht an.

        • Horschti sagt:

          …ah vergessen: bethke stellt gegen Ende ja christianity und religion gegenüber…

          • Frau K sagt:

            Wenn jemand sagen würde: “ich hasse Religion, aber ich liebe Allah, oder Mohammed,” müsste ich annehmen, dass er vom Islam redet. Genauso hier, er sagt, er hasst die Religion, aber er liebt Jesus. Wenn er das Christentum der Religion gegenüberstellt, bedeutet das nichts anderes als dass er die organisierte Religion ablehnt, das organisierte Christentum. Es gibt zur Zeit die Tendenz in den USA zu glauben, dass das organisierte Christentum schlecht sei. Jeder solle seine eigene “spirituality” so definieren, wie er will. Viele sprechen von “deeds, not creeds”. Sie wollen Taten sehen und haben kein Vertrauen in Bekenntissen.

            Hier sind noch einige Zitate von Bethkes Blog:

            “Stop asking Jesus into our heart, and start asking Jesus to change our heart.
            Stop receiving Jesus, and start following Jesus
            Stop raising our hand for Jesus, and start raising our obedience for Jesus.”

            http://jeffbethke.com/why-jesus-doesnt-want-you-to-ask-him-into-your-heart/

            Einiges ist in den Ansätzen gut, aber wenn er von “raising our obedience for Jesus” spricht, weiß ich nicht ob er glaubt, dass Gehorchen für die Rechtfertigung notwendig sei. Das ist natürlich nicht möglich.

  6. Manuel sagt:

    Hach ja, ich freue mich sehr über diese Diskussion. :) Und weil maßgeblich Bethkes Video dafür verantwortlich ist, mag ich auch das immer noch. Ja, einige Zeilen seines Gedichtes sind sehr provokant und gleichzeitig unpräzise („Was ist Religion? Was meint er mit „boast in my weakness“? [Deutsch: „…ich rühme mich meiner Schwachheit“]…). Wahrscheinlich hört aus diesem Grund auch jeder so ein bisschen etwas anderes bzw. das, was er hören will… Das kann definitiv gefährlich werden – das sehe ich jetzt. Für meine „lutherisch geprägten Ohren“ fand ich den Clip insofern „erbaulich“, dass ich an das erinnert wurde, was die Kirche ausmacht: ein Krankhaus für die Zerbrochenen zu sein und daran, dass man dort/vor Jesus die Maske fallen lassen darf und Vergebung findet, weil Jesus es ernst gemeint hat als er sagt: „Es ist vollbracht!“.

    Noch eines zur Klarstellung: Ich glaube Sie, Frau K., Pastor Fisk, ich und das ganze totalunegal-Team sind uns einig, dass wir niemanden in die Irre führen wollen und ich fände es auch gut, wenn mehr Leute die Videos von Pastor Fisk schauen würden (youtube.com/user/Revfiskj). Ich habe ihn abboniert. :) Aber gerade weil wir ja so vielen Einflüssen ausgesetzt sind und man bei youtube eher auf Bethke als auf Fisk stößt, müssen wir darüber reden. Als totalunegal wollen wir Jugendliche ausdrücklich zum Selber-Denken, Prüfen, Nachlesen (in der Bibel) ermuntern. Denn das Zitat stimmt – hier gleich mal auf Deutsch: „Dieses Video ist genau das, was viele junge Christen lieben. Es klingt gut, es sieht gut aus, es fühlt sich gut an. Aber ist es wahr? Das ist die Frage, die wir uns immer stellen müssen.“

    Wir wollen Orientierung geben und helfen, aber können niemanden von der Wahrheit überzeugen und ihn „in den Himmel tragen“. Das kann nur Jesus durch sein Wort und er wird es auch tun. Jesus sagte einmal zu den Juden: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.“ (Joh 5,39+40) Das Problem der Juden war, ewiges Leben in der Schrift zu suchen ohne an Jesus zu glauben. Heute ist vielleicht eher andersherum: in Jesus das ewige Leben zu suchen, ohne in der Schrift (seinen Worten) zu forschen. Aber beides hängt untrennbar miteinander zusammen. “Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.” (Joh 8,32)

  7. Frau K sagt:

    Vielen Dank für die gute Antwort, Manuel! Ich glaube Melanie hatte recht als sie geschrieben hat: “Aber ist das Problem in Deutschland nicht ein anderes?” Ich glaube, das Problem ist wahrscheinlich in Deutschland anders als in Amerika, und Amerikaner sehen das Video etwas anders (und verstehen vielleicht etwas besser, was dahinter steckt). Daher wollte ich, dass die totalegal Leser (die Englisch können) sehen können, was ein lutherischer Pastor in den USA davon hält.
    Bethke hat es vielleicht gut gemeint, aber er ist ein Anfänger und könnte andere in die Irre führen. Deswegen finde ich es schade, dass sein Video so gut angekommen ist. Wie gut, dass die ELFK gut ausgebildete Pastoren hat, zu denen die Jugendlichen gehen können, wenn sie etwas im Internet sehen, was sie vielleicht nicht verstehen! Ich empfehle allen auch, die täglichen Andachten im Internet zu lesen. Sie gefallen mir wirklich gut.
    So, ich glaube, ich habe alles geschrieben, was ich zu dem Thema schreiben wollte. Alles Gute!

    • Manuel sagt:

      Danke für’s Mitdiskutieren – ich fand ihre “Gegenposition” wichtig und habe perönlich etwas dazu gelernt. Ich hoffe, das restliche Blog-Publikum fand die Diskussion nicht zu theologisch übertrieben, abgehoben, unpraktisch, … oder aus anderen Gründen unnötig/doof (…wenn doch, dann meldet euch bitte!). Ich wünsche ihnen auch alles Gute! :)

    • Anna sagt:

      Ich finde das Video mehr als okay. Man darf ja nicht vergessen, dass wir in einer Welt leben, in der wir ständig Medien um uns herum wahrnehmen, am häufigsten wohl Internet und Fernsehen. Wir sehen ständig Aussagen, die der Bibel nicht entsprechen und müssen unseren Weg finden, darauf zu reagieren. Jeder Christ sollte genug Glauben und eigenes Urteilsvermögen haben, um aus den Botschaften sowohl stärkende Nachrichten als auch Unwahrheiten herauszufiltern. Ich finde es falsch, einen Christen in Watte zu packen und ihm zu vermitteln, dass nur das richtig ist, was ihm sein Pastor oder seine Kirche sagt. Denn das macht den Unterschied zwischen einem “Christen am Sonntag” und einem “Christen im Alltag” aus: Denkt ein Mensch im Alltag über den Glauben nach? Forscht er in der Bibel, wenn er auf Fragen stößt? Redet er mit Freunden über Glaubensfragen, nutzt er das zur Diskussion vielleicht auch mit Nichtchristen? Oder löffelt er vom Teller, was er am Sonntag hört und schaut nicht über den Tellerrand hinaus?

      Ich weiß auch nicht, ob es nicht zu anmaßend ist, wenn man Bethkes Aussagen generell anzweifelt, weil er höchstwahrscheinlich kein Lutheraner ist und aus der politischen Richtung kommt. Jesus war auch kein Lutheraner und Zimmermann. Und er hat noch vor Luther oft mit den Pharisäern diskutiert, was ein Mensch laut Gesetz und Religion tun soll, und was er aber auch bleiben lassen kann.

      Ja, Bethke erzählt nichts Neues. Eigentlich stellt er die Geschichte vom Pharisäer und Zöllner gegenüber. “Seht alle her, ich kann, ich mache, ich bin” im Gegensatz zu “Was tu ich hier, ich kann nichts, ich mache alles falsch, ich bin nichts”. Auch Jesus hasst Scheinheiligkeit und Pharisäer-Allüren. Aber er liebt es, Menschen mit seiner gnadenvollen Hand wieder aufzurichten. Was würde Jesus bei uns vorfinden? Würden wir alleine aufrecht stehen oder an seiner Hand aufrecht stehen? Welcher Glaube gibt uns Halt? Der an die Religion oder der an Jesus?

  8. Benjamin Hugk sagt:

    Cool das ihr auch Videos mit einbezieht.

    :)

    Leider bin ich nicht so dolle der englischen Sprache kundig, weshalb ich nur das erste Video gesehen habe.

    Bebe

  9. Christiane Lange sagt:

    Ich finde, dass der Knabe die Sache auf den Punkt bringt: JESUS.
    Jesus allein. Keine bestimmte Kirche, keine Religionsgemeinschaft, keine Religion, keine Theolologie, die uns rettet. Jesus. “Es ist vollbracht.” Er hat alles getan. So einfach un doch so schwer. Wir können es nur schwer annehmen. Wir können es nur schwer glauben. Religion ist etwas, was wir Menschen machen. Es gibt so viele religiöse Menschen. Wir würden uns wundern, wo Jesus einkehren würde.

  10. Maik Prätzke sagt:

    Spannende Frage, die ab und zu durchschimmert: Was wäre Jesu Urteil über unsere Kirche, Gemeinde, mich selbst?!
    Mir fallen da Worte aus Offenbarung 2,1-7 ein, die Johannes der Gemeinde in Ephesus schreiben sollte… manchmal fürchte ich, dass Jesus ähnliches auch uns sagen würde… und da hilft Bethkes Clip schon! Wir leben aus Jesu Vergebung – wovon denn sonst?! Von unserem Stolz und unserem Pseudo-Saubermann-Image höchstens vor Menschen aber gewiss nicht vor Gott. Da bleibt ja nur Jesu Kreuz – sonst nichts…..

    Vielleicht ist es gar nicht verkehrt zu fragen, wo mir (uns) das Video “Hausaufgaben” zeigt, die ich zu machen habe. Wo andere [eventuell Bethke] sie zu machen haben, steht doch erst einmal auf einem anderen Blatt.

  11. Manuel sagt:

    Hallo ihr!

    Ich will mich, jetzt wo hier schon eine neue Diskussion am Laufen ist, noch einmal kurz zu Wort melden und die Diskussion zum Beitrag irgendwie “abrunden”. Wer auch danach noch ernsthafte Frage oder Probleme mit dem Video oder dem Gesagten hier hat, der kann sich gern per Mail (manuel[at]totalunegal.de) an mich wenden. Vielen Dank für all eure Kommentare! :)

    Im Video “Ich hasse Religion, aber liebe Jesus!” kann einen manches irreführen – man kann das ganze aber auch richtig verstehen und sich erbauen lassen (zumindest als Nichtmuttersprachler?).

    Wir haben in der Diskussion auf einige Schwachstellen hingewiesen: z.B. gehören Jesus und die Kirche als Ort, wo sein Wort und die Sakramente ausgeteilt werden (und kranke, zerbrochenen Menschen darum ein Seelen-Krankenhaus) natürlich definitiv zusammen.

    Versteht man Religion aber als alle menschlichen Versuche, Gott näher zu kommen – also alles außer dem biblischen 100% Entgegenkommen Gottes, dann kann man Bethke in den meisten Punkten nur Recht geben. Jesus ist definitiv gegen Werkgerechtigkeit und Heuchelei, weil beides von ihm als einzigem Retter weg führt.

    Veranstaltungen, Methoden, … in einer Gemeinde/Kirche laufen, können natürlich missbraucht werden oder ihr Ziel verfehlen (so dass die Heuchelei/Werkgerechtigkeit schlimmer wird…). Im besten Fall sollte alles, was eine Kirche macht, allerdings dem einen Ziel dienen: dass Menschen erkenne, dass “keine bestimmte Kirche, keine Religionsgemeinschaft, keine Religion, keine Theologie” uns letztendlich rettet und in den Himmel bringt, sondern ALLEIN das “Es ist vollbracht.”, das Jesus am Kreuz ausruft.

    Sollte man einen Christen „in Watte packen“ und ihn am besten das Selber-Denken „austreiben“? Klar würde ich z.B. mein Kind nicht unnötigen Gefahren aussetzen (weder sichtbaren noch geistlichen). Aber zu einer guten Vorbereitung auf die echte Welt gehört auch einen in verträglichen Dosen (?) mit der echten Welt zu konfrontieren und einem so auch die Möglichkeit zu geben im Glauben, der Erkenntnis, … zu wachsen. Danke, Anna, für deinen Kommentar. Gegen „Löffeln am Sonntag“ hab ich an sich nichts – du sicher auch nicht – aber es stimmt, dass man dabei nie den Kopf ausschalten sollte – der Teufel versucht ständig, einem in die Suppe zu spucken… Unter der Woche weiter über die „Suppe“ zu reden, im „Rezeptbuch“ nachzuschauen oder selber „Suppe zu kochen und zu essen“ kann ich nur empfehlen… Wer jetzt nur Bahnhof/Suppe verstanden, muss sich vielleicht nochmal Annas Kommentar durchlesen.

    Über einen Punkt aus dem Video haben wir hier nicht allzu ausgiebig diskutiert – vielleicht auch, weil es für uns unbequemer geworden wäre… Bei allem, was man kritisch zu Bethkes Video sagen kann, sollten wir uns auch fragen lassen: Welche “Hausaufgaben” zeigt mir Bethke für mein Leben und mein Christsein (Danke, Maik, für den Hinweis)? Ich wurde neu erinnert, dass man sich eigentlich nur selbst schadet, wenn man in seiner Gemeinde eine “Maske” aufsetzt (und trotzdem tut man es)…

    Johannes sagt einmal: “Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.” (1Joh 1,8f) Das gilt ganz gewiss für jeden einzelnen vor Gott. Diesen Trost der Vergebung dürfen wir uns allerdings auch von unserem Seelsorger sagen lassen und uns v.a. auch gegenseitig zusprechen! Wir sind ja alle auf die Gnade Gottes (unverdiente Zuwendung, Liebe in Christus) angewiesen.

    Gott möge uns allen Gemeinden schenken, in denen dies Gnade nicht nur “tröpfchenweise” zu finden ist, sondern wo man im “Meer der Gnade” Kraft für den Alltag tanken kann.

  12. andre sagt:

    hi , es ist schon bizzar dass sich fast alle berufen auf video , was nicht existiert. merwürdig!

  13. Benjamin Hugk sagt:

    Ist auch schon ein Weilchen her… So etwas wird ja nur festgestellt, wenn es keine neuen Beiträge gibt 😀 :(

  14. Manuel sagt:

    Das Video ist wieder da, danke für den Hinweis!

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