Nicht Erreichbar!

Tobias

"Hallo! Ich heiße Tobias , bin 88er Baujahr und beheimatet im Südewesten von Berlin, wo man mich ab und zu noch findet. Wenn ich nicht grade für diese Seite am Schreiben bin, studiere ich Theologie am Lutherischen Theologischen Seminar in Leipzig. Bleibt Gott befohlen! Euer Tobias"

2 Antworten

  1. Melanie sagt:

    Huhu, gutes Thema. :) Ich versuche schon seit einer Woche meine Freundin in Bayern zu erreichen, aber sie meldet sich nicht zurück, das passt also echt gut.
    Beim Telefonieren würde ich sagen: Versuch es doch in ein paar Minuten nochmal. Oder morgen. Oder lass es bleiben, wenn der jenige nicht rangeht, hat er eben Pech gehabt.
    Beim Beten ist das schwieriger. Wenn ich ein echt dickes Problem habe und immer wieder um Hilfe und Rat bete, dann denke ich immer, Gott muss mich einfach erhören. Und wenn das Problem sich nicht zu lösen scheint? Wenn die Gebete noch nicht erhört wurden? Ich denke manchmal: Vielleicht war mein Gebet nicht intensiv genug. Vielleicht habe ich nicht die richtigen Worte gefunden. Vielleicht habe ich einfach noch zu wenig gebetet. Oder das Gebet ist zu lange her? Oder war ich nicht ganz bei der Sache, und Gott hat es nicht ernst genommen? Muss ich vielleicht doch auf die knie gehen oder wie die Mönche früher Gott irgendwie zeigen, wie wichtig mir das Problem ist?
    Ich fange dann schon an zu zweifeln: gibt es eine Art Mindesthaltbarkeit bei Gebeten oder ein gewisses Pensum, das man erfüllen muss?

  2. Tobias sagt:

    Um das Thema mal abzurunden….

    Im Matthäusevangelium lesen wir: „Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.“ (Kapitel 11, Vers 24)

    Durchforsten wir auch die anderen Evangelien, so müssen wir feststellen, dass die Bibel voll ist von solchen Zusagen der Gebetserhörung. Doch warum passiert das dann nicht immer?

    Im Propheten Jesaja lesen wir: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.“ (55,8) Und im Römerbrief heißt es: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ (8,28)

    Daraus ergeben sich zwei Folgen:

    1) Gott ist allmächtig und allwissend. Er kennt den besten Zeitpunkt dafür, wann er uns unsere Bitte erfüllt. Manchmal erfahren wir etwas in unserem Leben und merken dann erst, das wir dafür vor langer Zeit einmal gebetet haben. Nirgendwo steht, dass Gott unsere Bitten SOFORT erfüllt. Und er lässt sich das auch nicht vorschreiben.

    2) Gott ist allmächtig und allwissend. Er hat immer das große Bild. Er kennt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Gott kennt sogar dich besser als du dich selbst. Er weiß was uns schadet und was uns nützt. Zu unserem Nutzen hat er die Notbremse eingebaut uns die Dinge nicht zu geben, die uns – und vor allem unserem Glauben – schaden. Das ist auch der Grund dafür, warum Gott unsere Bitten oft auf eine andere, viel bessere Weise erfüllt, als wir es uns vorstellen.

    Und zum Schluss noch ein Wort dazu, ob wir beim Beten etwas falsch machen können. Die Antwort: Ja! Und noch mehr. Keines unserer Gebete ist lang genug, keines unserer Worte ist kräftig genug, um Gottes Herrlichkeit auch nur annähernd gerecht zu werden. Aus menschlicher Kraft ist jedes Gebet, ob gesungen oder rhetorisch aufwendig einstudiert, nichts nütze. Um so wichtiger ist, was wir im Römerbrief lesen: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ (8,26). Der Heilige Geist bringt unsere Anliegen vor Gott. Wer im Namen Jesu (Joh 16,23) Gott seine Not klagt – und sei es in der erbärmlichsten Form – der kann sicher sein, dass der Heilige Geist vor Gott für sein Anliegen entritt.

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