Hausverbot?

Ben

Ich bin der Benjamin Stöhr, 1983 in Greifswald geboren. Studiere in Leipzig Theologie, um in ein paar Jahren als Pastor und Seelsorger fit zu sein. Privat bin ich verheiratet mit meiner lieben Steffi... und seit Oktober 2012 sind wir mit Josias zu dritt - echt goldig ;-> Sonst liebe ich all die schönen Sachen, die Gott uns mitgegeben hat in dieser Welt: Sport, Musik, Kunst, Leute, …

2 Antworten

  1. nicola seegelken sagt:

    Hallo Ben! Ich hatte 2012 eine Beziehung zu einem Musiker. Ich war glücklich als ich erfuhr, dass er auch Kirchenmusiker ist. Nach 4 Monaten in denen wir Tisch u Bett teilten, sah ich wie er in der Kirche eine Frau küsste und es stellte sich raus, dass er bereits eine andere Freundin hatte. Es kam dann zu einem Riesenkrach zwischen uns. Er hatte kein schlechtes Gewissen od hat sich je entschuldigt. Dann erteilte mir sein Arbeitgeber Hausverbot, d. h. ich darf nicht mehr in die Kirche. Habe mich ans EKD gewandt, die haben nur abgewunken. Jetzt nach 2Jahren habe ich bei der Pastorin angefragt und gebeten das Hausverbot aufzuheben. Sie schrieb mir, es bleibt bestehen. Es gab keine Begründung. Weist du, was ich tun kann? Ich kann nicht akzeptieren, dass mir der Zutritt zu einem Gotteshaus verwehrt wird, wo ich nichts getan habe. Wer ihne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Kannst du mir weiterhelfen?

  2. Ben sagt:

    Hallo Nicola!
    Also zuerst muss ich mich entschuldigen, dass ich jetzt erst antworte! Ich war länger im Urlaub und checkte totalunegal nicht so regelmäßig! Tut mir aufrichtig leid! Ich hoffe, dass Du meine Gedanken zu Deinen Fragen noch bekommst und sie Dir weiterhelfen!
    Und noch ein Wort vorweg, als Hintergrundinfo: Wir Leute von TotalUnEgal haben an sich nichts mit der Landeskirche zu tun, sondern gehören zu einer Freikirche. Deshalb kenne ich Kirchenrecht und -ordnungen der lutherischen Landeskirchen nicht tiefgründig. Ich muss mich also ein bisschen rein denken und hoffe, die Lage richtig einzuschätzen.
    Hier nun meine Gedanken zu Deinen Fragen! Der Geschichte klingt recht vertrackt! Ich sehe vor allem zwei Themenkreise:
    1. das Hausverbot. Du schreibst: „Ich kann nicht akzeptieren, dass mir der Zutritt zu einem Gotteshaus verwehrt wird, wo ich nichts getan habe.“
    Also falls Du gekündigt worden bist wegen der privaten Geschichte, die gelaufen ist mit dem Musiker, ist es eine Frage des Arbeitsrechts. Nach allem, was ich weiß, darfst Du nicht aus einem solchen Grund entlassen werden oder dürfen Verträge nicht gekündigt werden. Dann würde im Härtefall ein Richter sich um die Angelegenheit kümmern müssen.
    Ist es aber bloß ein Hausverbot, so dass Du einfach keinen Zutritt mehr zum Haus hast, liegt die Lage sicherlich anders. Hast Du in der Kirche dort noch Verpflichtungen, denen Du nachkommen müsstest? Möchtest Du die Verkündigung hören oder hast anderweitig dort zu tun? Dann könnte es vielleicht eine Möglichkeit sein an den Vorstand heranzutreten, die Sache darzulegen und deutlich zu machen, was Deine weiteren Aufgaben dort sind. Möglicherweise könntest Du auch nochmal persönlich bei der Pastorin vorbeischauen und in etwa sagen: „Helfen sie mir verstehen, warum ich keinen Zutritt mehr zu der Kirche haben darf!“
    Für mich klingt es so, als wenn dieser Mann recht einflussreich ist. Schließlich scheint er eine Reihe von Leuten auf seiner Seite zu haben (Pastorin, vielleicht Leute in der EKD). Möglicherweise will er sich den „Stress“ vom Hals halten, den er ahnt, wenn er nochmals mit Dir zu tun hätte! Also tut er alles, um das Hausverbot aufrecht zu erhalten.

    Die große Frage, die sich mir aber bislang stellt ist: Warum möchtest Du genau diese Kirche wieder aufsuchen? Angenommen, das Hausverbot würde nicht aufgehoben werden, aber Du wüsstest die Begründung. Würde sich etwas für Dich ändern? Welche Begründung vermutest Du vielleicht?
    Vielleicht ist es tatsächlich möglich an Vorstand oder nochmal an die Pastorin heranzutreten und auf eine Begründung zu bestehen. Schließlich muss es ja Gründe geben.

    2. Will ich auch noch aus einer anderen Perspektive auf Deine Frage antworten – aus Sicht Eurer vergangenen Beziehung. Du schreibst: „Er hatte kein schlechtes Gewissen od hat sich je entschuldigt.“
    Sicher fühlst Du Dich ausgenutzt und betrogen! Das kann ich nachvollziehen – Du hattest sicher eine andere Vorstellung von jemandem, der Kirchenmusiker ist. Doch nicht, weil jemand Kirchenmusiker ist, muss er christliche Werte teilen – geschweige denn an Jesus glauben, durch den wir Leben mit Gott haben. Wo christlich draufsteht muss eben nicht christlich drin sein! Und ja das ist schlimm. Wie ich es aus Deinen Worten herauslese, klingt es so, als wenn für ihn die Gefühle anderer Leute (in dem Falle von Dir) nicht besonders bedeutsam wären. Das klingt für mich recht egoistisch. Für eine Weile mag er damit durchkommen. Aber ich glaube nicht, dass er auf diese Weise langfristig glücklich wird – geschweige denn glücklich macht!
    Allerdings kannst Du nicht die Hausaufgaben von anderen Leuten machen! Du kannst nur die eigenen machen! Und da muss ich Dir ganz ehrlich sagen: Ich halte es für sehr leichtsinnig schon nach 4 Monaten Tisch und vor allem Bett zu teilen! Das klingt für mich nicht nach einer längeren Zeit der Prüfung, ob dieser Mann wirklich der Partner fürs Leben ist. Denn genau so hat ja Gott die Ehe (mit Bett und Tisch) als Mann und Frau lebenslang vorgesehen! Seid ihr körperlich zu weit gegangen, habt Ihr im Grunde eine Ehe angefangen, die nicht auf einem brauchbaren Fundament stand. Das auseinanderreißen einer Ehe ist immer schmerzhaft! Gott kann ich das allerdings nicht anlasten! Er hat klare Spielregeln für das Zusammenleben von Mann und Frau gegeben. Werden diese missachtet, wie es offensichtlich bei Euch geschehen ist, passiert was der Prophet Jeremia mal scheibt: „Du musst innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott, zu verlassen.“ (Jeremia 2,19).
    Ich sage nicht, dass ich frei von Verfehlungen wäre – oder das Leben an Gottes Geboten auszurichten, der absolute Garant für ein Leben ohne Verletzungen wäre. Aber so viel ist klar: Gottes Ansagen zu umgehen, hat immer Folgen. Nicht nur, dass unsere Beziehung zu Gott dadurch zerbricht. Sondern auch wir Menschen selbst schaden uns, wenn wir uns über Gottes Ansagen hinwegsetzen. Mir ist bewusst, dass das biblische Bild von der Ehe in der Gesellschaft missachtet und leider auch in den Kirchen kaum noch ernst genommen wird. Die Leidtragenden sind leider die Menschen dabei! Gott gab die Gebote und Weisungen eben nicht, um uns Menschen zu ärgern, sondern er weiß einfach, was am besten ist!
    Ich hoffe, die verschiedenen Gedanken helfen Dir etwas weiter!

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